Netzwerkverkabelung in Schulen: Ein Leitfaden
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Netzwerkverkabelung in Schulen: Ein Leitfaden
Inhaltsverzeichnis
- 1. Datennetze in Schulgebäuden: Grundlage für zukunftssichere Schul-IT
- 2. Anschlussbedarf in Schulen nach Raumtyp gemäß Bitkom-Leitfaden für Schulbereiche
- 3. Typische Netzebenen in Schulgebäuden und deren Verkabelung
- 4. WLAN-Versorgung: Verkabelung der Access Points in Schulgebäuden
- 5. Schulalltag: Der Praxis-Härtetest für alle Anschlusskomponenten
- 6. Praxistipp: Kupfer- und Glasfaser-Anschlusskomponenten für Datennetze in Schulen
- 7. Lösungen für Etagen- und Gebäudeverteiler in Schulen
- 8. Glossar
- 9. Normen und Quellen
- 10. FAQ zur Netzwerkverkabelung in Schulen
1. Datennetze in Schulgebäuden: Grundlage für zukunftssichere Schul-IT
Digitale Technologien sind heute fester Bestandteil des Unterrichts und der Schulorganisation. Leistungsfähige Netzwerke bilden dabei die Grundlage für digitale Lernplattformen, interaktive Unterrichtsformen, cloudbasierte Anwendungen und die tägliche Kommunikation innerhalb der Schule. Damit diese Anwendungen zuverlässig funktionieren, ist eine sorgfältig geplante und langfristig ausgelegte IT-Infrastruktur unverzichtbar.
Mit den Förderprogrammen von Bund und Ländern wurden in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in die digitale Ausstattung von Schulen ermöglicht. Da diese Mittel wirtschaftlich eingesetzt werden müssen, kommt der Auswahl langlebiger, wartungsarmer und zukunftssicherer Komponenten eine besondere Bedeutung zu. Eine strukturierte Gebäudeverkabelung in Schulgebäuden sollte daher nicht nur den aktuellen Anforderungen gerecht werden, sondern auch ausreichend Reserven für künftige Entwicklungen bieten.
Die Planung und Umsetzung der IT-Infrastruktur in Schulen unterscheidet sich jedoch in vielen Punkten von vergleichbaren Installationen in Büro- oder Verwaltungsgebäuden. Häufig müssen bestehende Schulgebäude modernisiert werden, deren bauliche Gegebenheiten die Nachrüstung erschweren. Gleichzeitig stellen unterschiedliche Raumtypen – von Klassen- und Fachräumen über Verwaltungsbereiche bis hin zu Aula, Mensa und Sporthalle – jeweils eigene Anforderungen an die Netzwerkinfrastruktur und die eingesetzten Anschlusskomponenten.
Neben einer hohen Übertragungsleistung spielen deshalb auch Aspekte wie mechanische Robustheit, Schutz vor Staub und Feuchtigkeit, Manipulationssicherheit sowie eine einfache Wartung eine wichtige Rolle. Eine durchdachte Auswahl der Verkabelungs- und Anschlusslösungen trägt entscheidend dazu bei, den zuverlässigen Betrieb der schulischen IT über viele Jahre sicherzustellen und gleichzeitig die Investitionen nachhaltig zu schützen.
2. Anschlussbedarf in Schulen nach Raumtyp gemäß Bitkom-Leitfaden für Schulbereiche
Der Bitkom-Leitfaden „Hardware produktneutral ausschreiben für den Schulbereich“ (Ausgabe 2023) liefert die anerkannte, herstellerneutrale Grundlage für die Bedarfsplanung. Für die Praxis lässt sich der Bedarf in drei Nutzerbereiche zusammenfassen:
| Raumtyp | Datenanschlüsse | Strom / Steckdosen | Sonstiges |
|---|---|---|---|
| Unterricht | 10 Anschlüsse: 6 vorne, 2 am Aufbewahrungsort der mobilen Endgeräte, 2 vorne (Telefon und PC) | 10 Anschlussmöglichkeiten: SchüleranschlüsseA): 2 zusätzliche in Neubauten, 6 am LehrerarbeitsplatzB), Decke: Accesspoint, Whiteboard, Beamer. Stromkreise: 2 (1× Schüleranschlüsse, 1× Lehrerarbeitsplatz) | Abhängig von Bausubstanz und Schultyp. Empfehlung bezieht sich auf Neubauten oder Sanierungen. |
| EDV-Raum | 8 Anschlüsse für zentrale Komponenten und je Schüler einen weiteren Anschluss | 10 Anschlüsse für zentrale Komponenten und je Schülerarbeitsplatz 2 weitere Anschlüsse, 2 Decke für Accesspoint | Standard EDV-Raum = 20 Schüler; Verteilerschrank nicht im Raum. Bei 20 Schülern: 50 Anschlüsse Strom, 28 Anschlüsse Daten. |
| Lehrerzimmer | 10 Anschlüsse für PCs und Telefon sowie 2 für Accesspoint | Stromanschlüsse für 10 PC-Arbeitsplätze zzgl. Küchengeräte / Präsentationsgeräte | Ausnahmen in Absprache mit DIP/IT-6 denkbar (Größe Lehrerzimmer / Anzahl Lehrer). |
| Direktor/in / Verwaltung | pro Arbeitsplatz 3C), 2 Decke für Accesspoint | Stromanschlüsse pro PC-Arbeitsplatz zzgl. Küchengeräte | – |
| Vorbereitung / Silentiumräume | 6 Anschlüsse für PCs und Telefon sowie 2 für Accesspoint | Stromanschlüsse für 5 PC-Arbeitsplätze zzgl. Küchengeräte | – |
| Jugendamtsmitarbeiter/in an Schulen | pro Arbeitsplatz 3C) | Stromanschlüsse pro PC-Arbeitsplatz zzgl. Küchengeräte | – |
| Hausmeister/in | pro Arbeitsplatz 3C) | 9 | Mobilfunk (One Number) |
| Studierzone, Elternsprechzimmer, Bibliothek, sonstige Nebenräume (Erste Hilfe, …) | pro Arbeitsplatz 3C) | Stromanschlüsse pro PC-Arbeitsplatz zzgl. Küchengeräte und sonstige Geräte (z. B. Defibrillator) | – |
| Aula / Mensa / Turnhalle / Regieraum (Bühnentechnik) | 8 zzgl. 2 pro Accesspoint nach Ausleuchtung | Mind. pro Datenanschluss eine Steckdose zzgl. Anschlüsse nach Fachplanung Veranstaltungstechnik | – |
| Fachunterrichtsräume (Chemie, Physik, …) | Individuelle Lösung, in Absprache mit IT-6 bzw. Hausmeister/Elektriker | Individuelle Lösung, in Absprache mit IT-6 bzw. Hausmeister/Elektriker | – |
| Technikraum (Klima, Lüftung, Heizung, BMZ) | 4 | Mind. pro Datenanschluss eine Steckdose zzgl. Anschlüsse nach Fachplanung HKL | – |
| Treppenhaus und Flure | Ggf. 2 pro Accesspoint nach Ausleuchtung in den Flurbereichen | Standard | – |
A) Private oder für die Nutzung von Schülern zugelassene Mobil-Endgeräte: Maximale Anzahl 30, davon gleichzeitig am Stromnetz maximal 15. Bevorzugt sollen für die mobilen Geräte Multicharger/Ladestationen verwendet werden
B) Präsentationstechnik wie Beamer, digitale Tafeln, Dokumentenkamera, 1 PC, Ladeeinheit für mobile städtische Geräte (z. B. Tablet), insgesamt 6 Stromanschlüsse.
C) Gegebenenfalls aufgerundet auf eine gerade Zahl.
Für Neubauten lohnt es sich, direkt Reserven für Gebäudeautomation und Smart-Building-Anwendungen einzuplanen. Die Zusatzkosten in der Bauphase sind gering im Vergleich zu einer nachträglichen Aufrüstung.

3. Typische Netzebenen in Schulgebäuden und deren Verkabelung
Für die Auswahl der Verkabelungskomponenten gilt ein einfacher Grundsatz: Die DIN EN 50173-2:2018-10 sieht für strukturierte IT-Verkabelungen eine geplante Nutzungsdauer von mindestens zehn Jahren vor. Eine Auslegung ausschließlich auf die Anforderungen der heute eingesetzten Endgeräte (meistens 1 Gbit/s, Kat. 6) kann dazu führen, dass während der Nutzungsdauer kostenintensive Nachrüstungen erforderlich werden.
Als etablierter Standard gelten derzeit Anschlusskomponenten der Kategorie 6A, die Übertragungsraten von bis zu 10 Gbit/s über eine Übertragungsstrecke von bis zu 100 Metern ermöglichen und damit die Anforderungen der meisten Anwendungen langfristig mit hinreichende Reserve erfüllen.
Leistungsfähigere Komponenten der Kategorie 8 unterstützen zwar deutlich höhere Datenraten von 25 bzw. 40 Gbit/s, sind jedoch auf eine maximale Kanal- bzw. Linklänge von 30 Metern ausgelegt. Für 25GBASE-T werden künftig zwar Linklängen von bis zu 50 Metern diskutiert, dennoch bleibt die Reichweite deutlich unter der klassischer Gebäudeverkabelungen bei (Klasse EA mit Kat. 6A Komponenten von ca. 100 Meter). In der Praxis würde eine Auslegung auf 25G/40G-Tauglichkeit eine wesentlich höhere Anzahl von Etagen- oder Bereichsverteilern erfordern, was sowohl die Investitions- als auch die Betriebskosten erheblich erhöht.
Aus Sicht von CobiNet besteht daher derzeit keine Notwendigkeit, eine strukturierte Gebäudeverkabelung generell auf eine 25G-/40G-Tauglichkeit auszulegen. Die damit verbundenen Mehrkosten für Verlegekabel, Anschlusskomponenten und zusätzliche Verteiler stehen in den meisten Anwendungsfällen in keinem wirtschaftlich vertretbaren Verhältnis zum derzeitigen und mittelfristig absehbaren Bedarf.
| Kategorie | Klasse | Länge max. | Frequenz max. | Datenrate |
|---|---|---|---|---|
| 5 | D | 100 m | 100 MHz | 1 Gbit/s |
| 6 | E | 100 m | 250 MHz | 1 Gbit/s |
| Kat. 6A | Kat. EA | 100 m | 500 MHz | 10 Gbit/s |
| Kat. 7 | F | 100 m | 600 MHz | 10 Gbit/s |
| Kat. 7A | Kat. FA | 100 m | 600 MHz | 10 Gbit/s |
| – | – | 30 m (später 50 m) | 1250 MHz | 25 Gbit/s |
| 8.1 / 8.2 | I / II | 30 m | 2000 MHz | 40 Gbit/s |
Die Normenreihe DIN EN 50173-1 und DIN EN 50173-2 unterscheidet für die passive Verkabelungsstruktur drei Netzebenen. Eigene Festlegungen für Schulen enthält die Norm nicht: Netzwerke in Schulen werden normativ den Bürogebäuden gleichgestellt (DIN EN 50173-2).
- Primärverkabelung (Campusverkabelung): Verbindung zwischen Gebäuden, bevorzugt über Glasfaser, Multimode bis 400 m, darüber Singlemode.
- Sekundärverkabelung (vertikaler Bereich im Gebäude, z. B. in Steigschächten): Verbindung zwischen Etagen, überwiegend per Glasfaser, um Potentialverschleppungen zwischen Gebäudeteilen zu vermeiden.
- Tertiärverkabelung (horizontaler Bereich, Etagenverkabelung): Verbindung vom Etagenverteiler zur Anschlussdose über Kupfer, hier fließt bei Bedarf auch die Stromversorgung der Endgeräte per PoE.
Für Primär- und Sekundärverkabelung bietet CobiNet geschirmte Datenkabel der Kategorien 7 und 7A an, jeweils als Simplex- und Duplex-Ausführung, sowie Glasfaser-Verlegekabel und kundenindividuell konfigurierbare Trunkkabel. Diese lassen sich ohne Spleißen direkt in vorhandene Leerrohre oder Schächte einziehen.
Für die Tertiärverkabelung (Horizontalverkabelung) setzt CobiNet auf die bewährten Anschlusssysteme RJ45-TL® und KS (Keystone). Beide bieten optimal abgestimmte Lösungen für RJ45-Datenanschlüsse.

4. WLAN-Versorgung: Verkabelung der Access Points in Schulgebäuden
Mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Endgeräte im Unterricht wächst auch die Bedeutung leistungsfähiger WLAN-Netzwerke in Schulen. Tablets, Notebooks und andere mobile Geräte stellen hohe Anforderungen an Verfügbarkeit, Bandbreite und Zuverlässigkeit der drahtlosen Infrastruktur. Voraussetzung dafür ist jedoch eine ebenso leistungsfähige strukturierte Gebäudeverkabelung.
Jeder WLAN-Access-Point benötigt eine kabelgebundene Anbindung an das Datennetz und wird in der Regel über Power over Ethernet (PoE) gleichzeitig mit Daten und Strom versorgt. Die Leistungsfähigkeit des WLANs hängt daher nicht nur von Anzahl und Position der Access Points, sondern ebenso von der Qualität der zugrunde liegenden Kupferverkabelung ab. Bereits bei der Planung der Netzwerkinfrastruktur sollten deshalb geeignete Anschlussstandorte und eine zukunftssichere Verkabelung berücksichtigt werden.
Feldkonfektionierbare RJ45-Stecker für den Direktanschluss
Access Points werden häufig an Decken oder Wänden montiert, wo der Einbau einer klassischen Anschlussdose mit Keystone-Modul und separatem Patchkabel nur mit erheblichem Aufwand möglich oder aus Platzgründen nicht sinnvoll ist. In diesen Fällen bieten feldkonfektionierbare RJ45-Stecker eine praktische Alternative. Sie werden direkt auf das Verlegekabel montiert und ermöglichen den unmittelbaren Anschluss des Access Points. Dadurch entfallen Anschlussdose, Keystone-Modul und zusätzliches Patchkabel, wodurch sich die Anzahl der Steckverbindungen reduziert und die Installation vereinfacht.
4.1 CobiNet feldkonfektionierbarer RJ45-Stecker
- Kategorie 6A nach ISO/IEC 11801-1 und ISO/IEC 60603-7-51, geeignet für Übertragungsklassen bis 10GBASE-T
- Geschirmte Ausführung mit einer Übertragungsbandbreite von 500 MHz für einen störungsarmen Betrieb auch in elektromagnetisch anspruchsvollen Umgebungen
- Robustes Zinkdruckgussgehäuse mit Staubschutzkappe für den Einsatz außerhalb von Netzwerkschränken, beispielsweise in Zwischendecke
- Feldkonfektionierbar für Massiv- und Litzenleiter von AWG 22 bis AWG 26 und damit für Verlege- und Anschlussleitungen gleichermaßen geeignet.
PLANUNGSEMPFEHLUNG: Die Anforderungen an WLAN-Infrastrukturen nehmen kontinuierlich zu. Moderne Access Points unterstützen Multi-Gigabit-Ethernet und verfügen je nach Modell über zwei Netzwerkanschlüsse, beispielsweise für Link Aggregation, Redundanz oder zukünftige Leistungsanforderungen. Es empfiehlt sich daher, Access-Point-Standorte bereits bei der Erstinstallation mit einer Anschlussdose für 2 × RJ45 (Kat. 6A) auszustatten. Der geringe Mehraufwand bei der Verkabelung schafft Reserven für spätere Erweiterungen und erhöht die Zukunftssicherheit der gesamten WLAN-Infrastruktur.
5. Schulalltag: Der Praxis-Härtetest für alle Anschlusskomponenten
Normkonform ist nicht automatisch schulalltagstauglich. Die nachfolgenden Belastungen treffen Schulnetze in öffentlichen Gebäuden härter als Büronetze:
- Hoher Verschleiß der Anschlussdosen durch häufiges Stecken mobiler Endgeräte, durch hohe Nutzung der RJ45-Schnittstellen in Bildungseinrichtungen
- Funkenerosion durch den Einsatz von Power over Ethernet (PoE) beim Stecken unter Last
WARUM FUNKENEROSION TEUER WERDEN KANN: Bei 4PPoE/Hi-PoE nach IEEE 802.3bt fließen bis zu 960 mA je Aderpaar. Wird eine Verbindung unter Last getrennt, entsteht ein Funkenüberschlag an den Kontakten der RJ45-Datendosen. Dieser kann die Buchsen dauerhaft schädigen oder ihre Alterung beschleunigen. Die Folge: Verbindungsausfälle, die sich erst im laufenden Schulbetrieb zeigen. Anschlussdosen müssen dann komplett ersetzt werden, inklusive erneuter Messung und Dokumentation. Deshalb sollten ausschließlich PoE-optimierte Anschlusskomponenten zum Einsatz kommen. Die CobiNet RJ45-Anschlusssysteme RJ45-TL® und KS (Keystone) erfüllen diese Anforderung und sind auf einen langfristiger PoE-Betrieb durch optimierte RJ45-Kontakte ausgelegt.
Für die Beschaffung und einen sicheren Betrieb heißt das: Anschlusskomponenten müssen für die tatsächliche Nutzungsdauer (mind. 10 Jahre) und die tatsächliche Belastung im Schulbetrieb ausgelegt sein.
6. Praxistipp: Kupfer- und Glasfaser-Anschlusskomponenten für Datennetze in Schulen
CobiNet bietet für jeden Bereich des Schulnetzes passende Anschlusskomponenten, vom Klassenzimmer bis zum Netzwerkschrank. Kunden profitieren von zeitsparender, sicherer Installation, hoher Robustheit im Dauerbetrieb und Lösungen, die sich auch in bestehende Gebäude einfügen, ohne aufwändige und kostspieligen Umbauten z. B. von Unterputz-Doseneinsätzen im Altbau.
6.1 RJ45-TL®: das werkzeuglose Anschlusssystem, das überall passt
Der größte praktische Engpass bei der Nachrüstung älterer Schulgebäude ist häufig nicht das Datenkabel selbst, sondern die vorhandene Unterputzinstallation. In vielen Bestandsgebäuden wurden flache Unterputzdosen mit einer Einbautiefe von lediglich 46 mm verbaut. Für moderne Datentechnik steht dadurch oft nicht genügend Platz zur Verfügung. Die Folge: Das einlaufende Datenkabel muss beim Anschluss an die RJ45-Dose häufig zu stark gebogen oder sogar geknickt werden. Dies erschwert eine normgerechte Installation und kann die Übertragungseigenschaften der Verkabelung beeinträchtigen. Alternativ müssen die vorhandenen Unterputzdosen durch tiefere Multimedia-Unterputzdosen ersetzt werden – eine zusätzliche bauliche Maßnahme, die den Installationsaufwand und die Kosten erheblich erhöht.
Die Verwendung des RJ45-TL®-Anschlusssystem von CobiNet ist hier die beste Wahl. Die Adern der Verlegekabel werden über einen intuitiv bedienbaren Hebelmechanismus kontaktiert, der ohne Spezialwerkzeug einfach heruntergedrückt wird. Durch die optimierte Kabelführung und die besonders kurze Bauform der Anschlussbuchse bleibt auch in flachen Unterputzdosen ausreichend Platz für eine normgerechte Führung des Datenkabels. Dadurch werden mechanische Belastungen des Kabels durch unzulässige Biegeradien und der dadurch resultierende Leistungsverlust vermieden.
Die Anschlussdosen des RJ45-TL®-Systems sind mit den gängigen Schalterprogrammen deutscher Hersteller kompatibel. Dadurch können bestehende Schalter- und Steckdosenprogramme unverändert weiterverwendet werden, sodass sich Datenanschlüsse normgerecht und mit einheitlichem Erscheinungsbild in vorhandene Installationen integrieren lassen.
| Merkmal | Nutzen im Schulprojekt |
|---|---|
| Werkzeuglose Hebeltechnik statt Spezialwerkzeug | Passt in flache Schalterdosen, wie sie in Altbau-Schulen die Regel sind, keine kostenintensive Änderung der Unterputzdose nötig. |
| Intuitive Installation | Auch ungeschultes oder wechselndes Baustellenpersonal beschaltet fehlerfrei. Wichtig, wenn Fachkräfte auf dem Bau knapp sind. |
| Integriertes Sichtfenster zur Beschaltungskontrolle | Verdrahtung wird ohne erneutes Öffnen der Dose geprüft. Das beschleunigt Fehlersuche und Fehlerkorrektur. |
| GHMT Type Approval, Kat. 6A, NEXT-Reserve laut Hersteller typisch 8 bis 9 dB über Norm | Unabhängig bestätigte 10-Gbit/s-Reserve für mindestens die nach DIN EN 50173-2 geforderten zehn Jahre Nutzungsdauer. |
| PoE-Unterstützung bis 100 Watt (IEEE 802.3bt) | Ein Anschluss versorgt auch leistungshungrige Access-Points oder Kameras direkt über das Datenkabel mit. |
| RJ45-TL® ist laut Hersteller deutlich günstiger als der Einsatz einzelner Buchsenmodule | Bei öffentlichen Projekten mit engem Budget ein direkter Kostenvorteil pro RJ45-Anschluss. |



Komponenten des RJ45-TL®-Anschlusssystems von CobiNet

RJ45-TL®-Anschlussdose in flacher Einbaudose
mit T = 46 mm

CobiNet Kupfer Datenkabel (Verlegekabel)
6.2 Fibre to the Desk: Glasfaseranschlusslösungen von CobiNet
Mit der zunehmenden Verbreitung von Fibre to the Desk (FTTD) halten Glasfaseranschlüsse zunehmend Einzug in Klassenräume, Fachräume und Verwaltungsbereiche. Werden in einem Schulgebäude sowohl RJ45-Datenanschlüsse als auch Glasfaseranschlüsse installiert, entsteht jedoch häufig ein uneinheitliches Erscheinungsbild: Moderne RJ45-Unterputzdosen stehen neben klassischen Glasfaser-Aufputzdosen, die sich optisch deutlich von den übrigen Schalter- und Anschlusskomponenten unterscheiden.
Mit der Unterputz-Glasfaseranschlussdose WO25 bietet CobiNet eine Lösung, die Glasfaseranschlüsse harmonisch in bestehende Elektroinstallationen integriert. Die Anschlussdose verwendet denselben UAE-Abdeckrahmen mit bewährtem 45°-Schrägauslass wie die seit Jahrzehnten etablierten RJ45-Anschlusskomponenten und fügt sich dadurch nahtlos in vorhandene Schalterprogramme ein. Sie ist mit den Schalterprogrammen führender Hersteller wie JUNG, Gira, Busch-Jaeger und Merten kompatibel. So entsteht auch bei einer gemischten Kupfer- und Glasfaserverkabelung ein durchgängiges, hochwertiges Erscheinungsbild im gesamten Schulgebäude.

Aufputz-Glasfaseranschlussdose WO19 von CobiNet

Unterputz-Glasfaseranschlussdose WO25 von CobiNet
| Merkmal | Nutzen im Schulprojekt |
|---|---|
| Gleiches UAE-Rahmenformat wie RJ45-TL® und klassische RJ45-Dosen | Einheitliches Erscheinungsbild, auch wenn im selben Gebäude Kupfer- und Glasfaseranschlüsse gemischt verbaut werden |
| Sehr geringe Einbautiefe mit integrierter Spleißkassette und Überlängenaufnahme | Geeignet für flache Bestands-Unterputzdosen. Ein kostenintensiver Austausch gegen tiefere Elektronikdosen ist in vielen Fällen nicht erforderlich |
| Selbstschließende Glasfaserkupplungen mit Staub- und Lichtschutzklappen | Schützen die Steckverbinder vor Verschmutzung und verhindern den Austritt von Laserlicht bei nicht belegten Anschlüssen oder gezogenem Patchkabel |
| Auch als vorkonfektioniertes Anschlussset (Rollerbox) erhältlich | Beschleunigt die Installation und minimiert Unterbrechungen des laufenden Schulbetriebs |
Für Glasfaseranschlüsse in Aufputzinstallationen empfiehlt CobiNet die Glasfaseranschlussdose WO19. Sie eignet sich für den sicheren und normgerechten Abschluss von Glasfaserleitungen in Technikräumen, Gebäude- und Etagenverteilern sowie überall dort, wo keine Unterputzinstallation vorgesehen ist. Dank ihrer kompakten und robusten Bauweise lässt sich die Anschlussdose schnell und einfach auf der Wand, auf einer Hohlwanddose oder direkt auf einer Hutschiene montieren. Sie ist sowohl für gespleißte als auch für vorkonfektionierte Glasfaserstrecken geeignet und bietet damit eine flexible Lösung für unterschiedlichste Installationsanforderungen.
6.3 RJ45-Anschlusssystem KS (Keystone) von CobiNet
RJ45-Anschlussdosen bilden in Schulen den Standardanschluss für Daten- und Netzwerkverbindungen in Klassenräumen. Neben dem RJ45-TL®-System lassen sich diese Anforderungen auch mit dem millionenfach bewährten KS-Anschlusssystem von CobiNet im Keystone-Format mit Einzelbuchsen zuverlässig erfüllen.
Seine besonderen Stärken spielt das KS-System jedoch in zwei Anwendungsfällen aus: bei Verteilfeldern mit gemischter Bestückung aus Kupfer- und Glasfaseranschlüssen sowie bei Netzwerkanschlüssen in Bereichen, die einen erhöhten Schutz gegen Staub und Feuchtigkeit erfordern.
- CobiNet KS-Verteilerfeld, 19″: Nimmt bis zu 24 Module im Keystone-Format auf – unabhängig davon, ob es sich um RJ45- oder Glasfasermodule handelt. Dadurch können unterschiedliche Übertragungsmedien in einem gemeinsamen Verteilerfeld kombiniert werden. Separate Patchfelder für Kupfer- und Glasfaseranschlüsse entfallen, wodurch wertvolle Höheneinheiten im Serverschrank eingespart werden.
- CobiNet IP44-Aufputzgehäuse: Ermöglicht den Einsatz von KS-Modulen in Bereichen mit erhöhten Anforderungen an den Umweltschutz, beispielsweise in Sporthallen, Fachräumen oder Mensen. Das Gehäuse schützt die Anschlüsse zuverlässig vor Staub und Spritzwasser gemäß Schutzart IP44 und gewährleistet so einen dauerhaft sicheren Betrieb auch in anspruchsvollen Umgebungen.



Komponenten des RJ45-Anschlusssystems Keystone von CobiNet
6.4 Farbige Patchkabel: Netzzuordnung auf einen Blick
Verwaltungs-/Lehrernetz und Schülernetz laufen in jedem Schulserverschrank zusammen. Ohne klare Kennzeichnung ist eine Fehlschaltung zwischen Schüler- und Verwaltungsnetz meistens eine Frage der Zeit.
- RJ45-Patchkabel von CobiNet in Grau und Rot: Jedem Netzbereich seine Farbe zuordnen, Schülernetz grau, Lehrer-/Verwaltungsnetz rot. So ist auf den ersten Blick sichtbar, wozu eine Verbindung gehört, auch für Vertretungspersonal ohne Detailkenntnis der Dokumentation.
6.5 Glasfaser-Verkabelung zwischen Schulgebäuden und Verteilern
Steigende Bandbreiten, längere Übertragungsstrecken und die wachsende Zahl netzwerkfähiger Endgeräte machen Glasfaser heute zum Standard für die Anbindung von Gebäudeverteilern, Etagenverteilern und zentralen Technikräumen. Je nach Projekt kommen dabei entweder klassische Glasfaser-Verlegekabel oder vorkonfektionierte Glasfaser-Trunkkabel zum Einsatz.
Glasfaser-Verlegekabel bieten maximale Flexibilität. Sie eignen sich insbesondere dann, wenn Leitungswege individuell angepasst werden müssen oder die Glasfaser vor Ort gespleißt werden soll. Die Installation erfordert jedoch Spleißtechnik, qualifiziertes Fachpersonal sowie eine abschließende Messung der Glasfaserstrecke.
Glasfaser-Trunkkabel von CobiNet sind dagegen bereits werkseitig konfektioniert, geprüft und betriebsfertig vorbereitet. Dadurch reduziert sich der Installationsaufwand erheblich.
- Werkseitig konfektioniert und gemessen: Jede Glasfaserstrecke wird geprüft und betriebsfertig ausgeliefert.
- Keine Spleißarbeiten vor Ort: Die vorkonfektionierten Glasfaseradapter werden direkt in die Kupplungen bzw. Patchfelder eingesteckt. Spleißtechnik und deren Organisation entfallen.
- Deutlich kürzere Installationszeiten: Nach der Kabelverlegung kann die Glasfaserstrecke unmittelbar angeschlossen und in Betrieb genommen werden.
- Weniger Abstimmungsaufwand: Zusätzliche Gewerke für Spleißarbeiten und Messungen müssen nicht eingeplant werden.
- Konstante Übertragungsqualität: Die werkseitige Konfektionierung unter kontrollierten Bedingungen gewährleistet gleichbleibend hohe Verbindungsqualität und reduziert Installationsfehler.
- Planbare Projektabläufe: Die Glasfaseranbindung lässt sich in einem Arbeitsschritt realisieren, wodurch Bauzeiten verkürzt und Inbetriebnahmen beschleunigt werden.



Glasfaser Trunkkabel, Verlegekabel, CobiNet Glasfaser Verteiler- und Spleißgehäuse
7. Lösungen für Etagen- und Gebäudeverteiler in Schulen
Schulgebäude unterscheiden sich hinsichtlich Bauweise, Alter und räumlicher Gegebenheiten erheblich. Während in Neubauten Technikflächen bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden können, müssen Netzwerkinfrastrukturen in Bestandsgebäuden häufig unter beengten Platzverhältnissen nachgerüstet werden. Hinzu kommen unterschiedliche Grundrisse, Etagenaufteilungen und Installationswege, sodass eine einheitliche Verteilerlösung den vielfältigen Anforderungen nicht gerecht wird.
Zusätzlicher Platzbedarf entsteht, wenn die Netzwerke für Verwaltung und Lehrkräfte sowie für Schülerinnen und Schüler aus Gründen der IT-Sicherheit physikalisch voneinander getrennt aufgebaut werden. Gefragt sind daher flexible und modulare Verteilerlösungen, die sich an die jeweiligen baulichen Gegebenheiten anpassen lassen, eine übersichtliche Installation ermöglichen und zugleich ausreichend Kapazitätsreserven für spätere Erweiterungen bieten.
7.1 Physische Netztrennung von Verwaltungs- und Schülernetz mit Colocation-Netzwerkschränken
Die häufig empfohlene physikalische Trennung von Verwaltungs- und Schülernetz erhöht den Platzbedarf in Gebäude- und Etagenverteilern erheblich. Da in vielen Schulen jedoch nur begrenzte Technikflächen oder Stellplätze für Netzwerkschränke zur Verfügung stehen, sind platzsparende Lösungen gefragt, die dennoch eine konsequente Trennung beider Netze ermöglichen.
Für diese Anforderungen bietet CobiNet mit dem Colocation-Netzwerkschrank RS18 eine geeignete Lösung. Die Racks wurden speziell für Anwendungen entwickelt, bei denen mehrere Nutzer oder voneinander getrennte Netze in einem gemeinsamen Schrank untergebracht werden müssen, ohne dass gegenseitiger Zugriff möglich ist. Die einzelnen Schrankbereiche verfügen über voneinander getrennte Kabelzuführungen und separat verriegelbare Türen. Dadurch lassen sich Verwaltungs- und Schülernetz platzsparend in einem gemeinsamen Netzwerkschrank installieren und gleichzeitig sicher und manipulationssicher voneinander trennen.
| Merkmal | Nutzen im Schulprojekt |
|---|---|
| Mehrere unabhängige Fächer im selben Schrank (z. B. zwei Fächer à 20 HE) | Schülernetz und Verwaltungsnetz teilen sich einen Stellplatz, ohne dass eine Seite Zugriff auf die andere hat. |
| Unabhängige Kabelzugänge je Fach von oben und unten | Die Verkabelung eines Netzes bleibt baulich vom anderen Fach getrennt, auch nachträglich erweiterbar, ohne fremde Kabel zu berühren. |
| 3-Punkt-Verriegelung der Tür je Fach | Effektiver Schutz vor unbefugtem Zugriff, unabhängig für jedes Netz einzeln. |
| Optional nachrüstbar mit elektronischen Zutrittssystemen (u. a. EMKA, TANlock, Kentix) | Zugriffskontrolle lässt sich später ergänzen, wenn Sicherheitsanforderungen steigen, ohne den Schrank zu tauschen. |
| (19″)³-Design: zusätzliche 19″-Ebenen in Dach- und Bodenebene bieten bis zu 46 Höheneinheiten mehr Einbauraum, maximale Traglast 1,5 t | Reserve für künftige Erweiterungen, ohne einen zweiten Schrank aufstellen zu müssen. Das spart Stellfläche im knappen Technikraum. |
Für Schulen ergibt sich daraus ein direkter Vorteil gegenüber zwei getrennten Schränken: ein Stellplatz, eine Bestellung, ein Wartungszugang. Die physische Trennung der Netze bleibt dabei vollständig erhalten.
Alle Colocation-Netzwerkschränke von CobiNet können entsprechend den Projektanforderungen bereits im Werk vollständig vormontiert werden. Auf Wunsch werden Erdung, Stromversorgung sowie die 19″-Kupfer- und Glasfaseranschlusstechnik integriert und das Gesamtsystem betriebsfertig geprüft. Die Anlieferung erfolgt termingerecht entsprechend dem Baufortschritt („Just in Time“), wodurch sich die Montagezeiten auf der Baustelle verkürzen und der Personalaufwand vor Ort deutlich reduzieren lässt.

Colocation Netzwerkschränke CobiNet RS18
7.2 Netzwerkschränke für Verteilerräume: Netzwerkschrank CobiNet RS18
Stehen in Gebäude- oder Etagenverteilern ausreichend Technikflächen zur Verfügung, lassen sich Verwaltungs-/Lehrernetz und Schülernetz in getrennten Netzwerkschränken unterbringen. Diese Lösung bietet insbesondere in größeren Schulen, Schulzentren oder Neubauten Vorteile, da jedes Netz über eine eigene, unabhängige Infrastruktur verfügt und sich Wartungs-, Erweiterungs- und Umbauarbeiten ohne gegenseitige Beeinflussung durchführen lassen.
Für diese Anwendungsfälle bietet CobiNet den Netzwerkschrank RS18. Er eignet sich als zentraler Gebäude- oder Etagenverteiler und stellt ausreichend Platz für die Aufnahme von 19″-Komponenten der passiven und aktiven Netzwerktechnik bereit. Dank verschiedener Bauhöhen, Breiten und Tiefen sowie umfangreicher Ausstattungsoptionen lässt sich der Schrank flexibel an die jeweiligen Anforderungen und räumlichen Gegebenheiten anpassen und bietet zugleich ausreichende Kapazitätsreserven für zukünftige Erweiterungen.

Netzwerkschrank RS18, Netzwerkschrank RS18 angereiht zur Schrankreihe
| Merkmal | Nutzen im Schulprojekt |
|---|---|
| (19″)³-Schranksystem mit bis zu 46 zusätzlichen Höheneinheiten in Dach- und Bodenebene durch zusätzliche 19″-Ebenen | Jedes Netz bekommt einen eigenen Schrank mit Wachstumsreserve. Verwaltungsnetz und Schülernetz lassen sich unabhängig voneinander erweitern, ohne dass ein zweiter Standort gesucht werden muss. |
| Drei Ausstattungsvarianten: Einstieg, Komplett mit Sockel und dreiteiligem Bodenblech, Betriebsfertig mit werksseitig vormontierten Einbauten | Günstiger Einstiegsschrank für das kleinere Lehrernetze und ein betriebsfertig vormontierter Schrank für das große Schülernetz mit vielen Netzwerkschnittstellen und Kabeln. |
| 6 Türvarianten zum Einheitspreis | Unterschiedliche Anforderungen, etwa erhöhte Sicherheit im Verwaltungsbereich oder bessere Belüftung im Technikraum, kosten nicht mehr. Das vereinfacht die Beschaffung über mehrere Gebäude oder Standorte hinweg. Wenn sich im Projektverlauf die Türkonfiguration ändert kann diese preisneutral geändert werden. |
| Traglast bis 1,5 Tonnen je Schrank | Nimmt auch künftige, schwerere Aktivkomponenten je Netz zuverlässig auf. |
| Verschließbare, zweiteilige Seitenwände ab 36 Höheneinheiten | Erleichtert Installation und Wartungszugang gerade bei größeren Schränken |
| Erweiterbar durch Anreihung zur Schrankreihe | Wächst mit steigendem Bedarf einzelner Gebäudeteile, ohne dass ein Systemwechsel nötig wird, durch einfache Anreihbarkeit. |
| Werkseitige Vormontage optional, wie in Abschnitt 6 beschrieben | Verkürzt die Bauzeit auch bei zwei separaten Schränken gleichermaßen. |
Empfehlung: Reicht der Platz für zwei Schränke, sichert die Variante aus diesem Abschnitt jedem Netz von Anfang an eigene, unabhängig wachsende Infrastruktur. Ist der Platz begrenzt oder soll ein Standort für beide Netze genügen, ist der Colocation-Schrank aus Abschnitt 6 die wirtschaftlichere Wahl bei gleichem Schutzniveau.
8. Glossar
| Begriff | Erläuterung |
|---|---|
| 4PPoE / Hi-PoE | Power over Ethernet nach IEEE 802.3bt: Stromversorgung über alle vier Aderpaare, bis 71,3 W am Endgerät bzw. bis 100 W je nach Modulklasse, bis 960 mA je Aderpaar. |
| DIN EN 50173 | Normenserie zur anwendungsneutralen Kommunikationsverkabelung, gegliedert nach Gebäudetyp (u. a. Büro, Rechenzentrum, Wohnung). |
| GHMT Type Approval | Unabhängige Prüfung und Zertifizierung der elektrischen/mechanischen Leistungsfähigkeit von Verkabelungskomponenten durch die GHMT AG. |
| Keystone-Format | Standardisierte Bauform für Anschlussmodule (RJ45, Glasfaser, Koax), die sich in einheitliche Trägerplatten und Verteilfelder einsetzen lässt. |
| NEXT | Near End Crosstalk, Nahnebensprechen zwischen Aderpaaren, ein zentraler Störgrößen-Parameter bei der Zertifizierung von Kupferstrecken. |
| Poka Yoke (Narrensicher) | Konstruktionsprinzip, das Fehlbedienung durch die Bauform selbst ausschließt oder stark erschwert, zum Beispiel eine Steckverbindung, die nur in einer korrekten Position einrastet. |
| S/FTP, U/FTP, F/UTP | Schirmungsklassen nach ISO/IEC 11801: „x/yTP“, x = Gesamtschirm, y = Schirm je Aderpaar. |
| UAE-Rahmen | Universelle Anschlusseinheit; genormtes 45°-Auslassformat für Unterputzdosen, das von den meisten deutschen Schalterprogrammen unterstützt wird. |
9. Normen und Quellen
- DIN EN 50173-1 / -2:2018-10: Informationstechnik, Anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen, Teil 1 und Teil 2 (Bürogebäude).
- ISO/IEC 11801-1:2017 + AMD1:2025: Information technology, Generic cabling for customer premises.
- ISO/IEC TR 11801-9905 Anwendungsbericht zur Prüfung vorhandener Strecken auf 25GBASE-T-Eignung.
- IEEE 802.3 (af / at / bt) Normung von Power over Ethernet (PoE, PoE+, PoE++/4PPoE/Hi-PoE).
- Bitkom e. V. „Hardware produktneutral ausschreiben für den Schulbereich“, Leitfaden für den öffentlichen IT-Einkauf, Ausgabe 2023.
- CobiNet Fernmelde- und Datennetzkomponenten GmbH Produktseiten und Datenblätter zu RJ45-TL®, WO25, CobiDat KS, CobiPatch und RS18, www.cobinet.com (Stand: Juli 2026).
Häufige Fragen zur Netzwerkverkabelung in Schulen
Wie viele Netzwerkanschlüsse benötigt ein Klassenzimmer?
Für ein modernes Klassenzimmer werden heute in der Regel zehn Netzwerkanschlüsse empfohlen. Diese bilden die Grundlage für eine zukunftssichere digitale Unterrichtsumgebung.
Die Anschlüsse verteilen sich typischerweise auf den Lehrerarbeitsplatz, Schülerbereiche sowie Geräte wie WLAN-Access-Points, Beamer oder interaktive Displays. Bewährt haben sich beispielsweise Aufteilungen von 6+2+2 oder 4+4+2, abhängig von Raumgröße und Nutzungskonzept.
Eine ausreichende Anzahl an Netzwerkanschlüssen verhindert spätere Nachinstallationen und schafft Reserven für zukünftige digitale Unterrichtstechnologien.
Welche Übertragungskategorie eignet sich für Schulnetzwerke?
Für die strukturierte Netzwerkverkabelung in Schulen gilt heute Klasse EA mit Komponenten der Kategorie 6A (Kat. 6A) als wirtschaftlichste und technisch sinnvollste Lösung.
Kat. 6A unterstützt Datenübertragungen von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde über Entfernungen bis 100 Meter und erfüllt damit die Anforderungen moderner Schulgebäude. Dazu zählen Computerarbeitsplätze, WLAN-Access-Points, VoIP-Telefone, digitale Tafeln sowie zahlreiche Power-over-Ethernet-Geräte.
Da strukturierte Gebäudeverkabelungen häufig über 15 bis 20 Jahre genutzt werden, sollte ihre Leistungsfähigkeit deutlich über den aktuellen Anforderungen liegen. Die Kat. 6A bietet hierfür ein ausgewogenes Verhältnis aus Leistungsfähigkeit, Investitionssicherheit und eine hohe Wirtschaftlichkeit.
Die Kategorie 8 ermöglicht zwar Übertragungsraten von 25 beziehungsweise 40 Gbit/s, ist jedoch auf deutlich kürzere Linklängen ausgelegt und verursacht in Gebäuden häufig höhere Infrastrukturkosten, da wegen der kürzeren Linklänge mehr Verteilerbereiche zur Verfügung stehen müssen. Für typische Schulnetzwerke bietet Kat. 6A mit seiner längeren Linklänge von 100 m daher den größeren wirtschaftlichen Nutzen.
Was ist das RJ45-TL®-Anschlusssystem von CobiNet?
RJ45-TL® ist das werkzeuglose Kat. 6A RJ45-Anschlusssystem von CobiNet für die strukturierte Kupferverkabelung. Es ermöglicht die schnelle, normgerechte Installation von Netzwerkdosen ohne Spezialwerkzeug.
Die Kontaktierung erfolgt über eine Hebelmechanik. Nach dem Einlegen der Leiter werden diese durch einfaches Schließen des Hebels dauerhaft kontaktiert. Ein integriertes Sichtfenster erleichtert die Kontrolle der Aderbelegung vor dem endgültigen Verschließen.
Durch die kompakte Bauform eignet sich RJ45-TL® besonders für Schulen, Verwaltungsgebäude und andere Bestandsimmobilien auch mit flachen Unterputzdosen. Aufwendige Multimedia-Unterputzdosen sind durch das optimierte Design und die geringe Einbautiefe nicht erforderlich, um Kabel normgerecht zu führen.
Das Anschlusssystem unterstützt außerdem Power over Ethernet bis 4PPoE/Hi-PoE (100 Watt nach IEEE 802.3bt) und eignet sich damit für WLAN-Access-Points, IP-Kameras, VoIP-Telefone sowie moderne Präsentations- und Medientechnik.
Welches große Problem löst RJ45-TL® in älteren Schulgebäuden?
Viele Bestandsgebäude verfügen über Unterputzdosen mit einer Einbautiefe von lediglich 46 Millimetern. Herkömmliche RJ45-Datenbuchsen benötigen häufig mehr Platz, wodurch Netzwerkkabel zu stark gebogen oder geknickt werden.
Zu enge Biegeradien können die Übertragungseigenschaften eines Datenkabels beeinträchtigen und die Montage erschweren.
RJ45-TL® ist für diese beengten Einbausituationen die ideale Lösung. Die kompakte Bauform und die optimierte Führung der Adern schaffen mehr Platz innerhalb der Unterputzdose. Dadurch lassen sich die zulässigen Biegeradien der Kabel einhalten, ohne die vorhandenen Unterputz-Doseneinsätze austauschen zu müssen.
Gerade bei der Modernisierung älterer Schulen reduziert dies Montageaufwand, Kosten und kostspielige Eingriffe in die bestehende Bausubstanz.
Wie lässt sich das Schülernetz physisch vom Verwaltungsnetz trennen?
Aus Gründen der IT-Sicherheit empfiehlt sich eine physische Trennung von Verwaltungs- und Schülernetzwerken.
Neben einer logischen Trennung durch VLANs kann auch die Netzwerkinfrastruktur selbst räumlich getrennt aufgebaut werden. Dadurch erhalten beide Netze eigene Zugänge und voneinander unabhängige Installationsbereiche.
Der RS18 Colocation-Netzwerkschrank von CobiNet ermöglicht diese physische Trennung innerhalb eines gemeinsamen Schranks. Mehrere separat abschließbare Bereiche mit getrennten Kabelzugängen sorgen dafür, dass beide Netzwerke unabhängig voneinander betrieben und gewartet werden können. Manipulationsversuche sind durch die strikte Trennung quasi unmöglich.
Diese Lösung empfiehlt CobiNet besonders für Schulen mit begrenztem Platzangebot im Technikraum.
Worin unterscheiden sich Colocation Netzwerkschrank RS18 und der Standard Netzwerkschrank RS18?
Beide Netzwerkschranksysteme dienen dem professionellen Aufbau strukturierter IT-Infrastrukturen, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihres Einsatzbereichs.
Der RS18 Colocation wurde für mehrere physisch getrennte Netzwerke innerhalb eines gemeinsamen Schranks entwickelt. Er eignet sich insbesondere für Schulen oder öffentliche Einrichtungen, in denen Schüler- und Verwaltungsnetz sicher voneinander getrennt betrieben werden sollen.
Der RS18 Standard stellt dagegen für jedes Netzwerk einen eigenen Netzwerkschrank bereit. Dadurch entstehen maximale Erweiterungsreserven sowie eine vollständig unabhängige Infrastruktur für jedes einzelne Netz.
Welches Konzept sinnvoller ist, hängt vor allem vom verfügbaren Platz und den zukünftigen Ausbauplänen der IT-Infrastruktur ab.
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