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News-Kategorie: Technik Blog

Geschirmte vs. ungeschirmte Datenkabel bei PoE-Installationen

Heddesheim,
16. Juni 2026
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Kategorie: Technik Blog

Geschirmte vs. ungeschirmte Datenkabel bei PoE-Installationen

Dieser Technical Report bewertet die strukturierte Netzwerkverkabelung aus zwei zentralen Perspektiven: dem allgemeinen technischen Vergleich zwischen geschirmten (S/FTP, F/UTP) und ungeschirmten (U/UTP) Datenkabeln sowie dem spezifischen Einsatz im Zusammenhang mit Power over Ethernet (PoE). Beide Themen sind eng miteinander verknüpft – denn gerade bei PoE-Anwendungen treten die Vorteile geschirmter Kabel besonders deutlich zutage.

Der Report basiert auf normativen Grundlagen (ISO/IEC 11801, EN 50173, EN 50174, ISO/IEC TS 29125) sowie eigenen technischen Analysen und Laborerkenntnissen von CobiNet.

Inhaltsverzeichnis

Executive Summary

KriteriumGeschirmt (S/FTP, F/UTP)Ungeschirmt (U/UTP)
EMV-Schutz / CrosstalkSehr gut – hohe Immunität gegen Störfelder und Alien CrosstalkDeutlich anfälliger, insbesondere bei hohen Bandbreiten
AbnahmetestsStandardtest mit Handmessgerät ausreichend, kein separater Alien-Crosstalk-Test (ISO/IEC, TIA)Aufwändiger, teurer Alien-Crosstalk-Test erforderlich (ISO/IEC, TIA)
PoE ErwärmungGeringere Erwärmung durch bessere Wärmeableitung und dickere LeiterStärkere Erwärmung besonders in Bündeln, Risiko bei 4PPoE/Hi-PoE
EnergieeffizienzHöher – weniger Erwärmung und Energieverlust durch geringeren WiderstandNiedriger – mehr Erwärmung und Energieverlust durch höheren Widerstand
Bandbreite / ZukunftBis 25G/40G, Kategorien bis Kat. 8.2 verfügbarZuverlässig nur bis 10G, keine höheren Kategorien vorhanden
DatenqualitätStabil, wenig Paketverlust – ideal für Echtzeit-DiensteMehr Fehler in störreichen Umgebungen
NormkonformitätEinfach erfüllbar (ISO/IEC und TIA/EIA)Aufwändiger und teurer, Alien-Crosstalk-Messung komplex
AnschaffungskostenKabel und Komponenten höherpreisigKabel günstig, aber hohe Testkosten bei Abnahme
Tabelle 1: Vergleichsübersicht – geschirmte vs. ungeschirmte Verkabelung

CobiNet Empfehlung:

Geschirmte Datenkabel (S/FTP, F/UTP) sind ungeschirmten Kabeln (U/UTP) in allen relevanten technischen Kriterien überlegen. Sie bieten besseren EMV-Schutz, niedrigere Gesamtkosten (unter Berücksichtigung der Testkosten), höhere Energieeffizienz bei PoE, deutlich bessere thermische Eigenschaften und volle Zukunftssicherheit bis 25G/40G. Für alle Neuinstallationen empfiehlt CobiNet ausschließlich geschirmte Verkabelungssysteme.

Normative Grundlagen

Normen für Komponenten der strukturierten Verkabelung

  • ISO/IEC 11801: Internationale Norm für generische Verkabelung (strukturierte Verkabelung). Gilt in fünf Teilen für Büro, Industrie, Wohngebäude, Rechenzentren und weitere Umgebungen.
  • EN 50173 (Europa): Europäisches Äquivalent zur ISO/IEC 11801, inhaltlich harmonisiert. Verbindlich für europäische Installationen.
  • EIA/TIA-568: Nordamerikanischer Kabelstandard. Definiert Anforderungen an Kabel, Steckverbinder und Installationspraxis.

Normen für die Installationspraxis

  • EN 50174: Anforderungen an Planung, Installation und Betrieb von IKT-Verkabelungssystemen – in fünf Teilen für verschiedene Umgebungen (Büro, Industrie, Wohnen, Rechenzentrum, Gebäudetechnik).
  • ISO/IEC 14763-2: Planung und Installation von Kundeninfrastrukturen.
  • ISO/IEC TS 29125: Technischer Bericht zur sicheren Installationspraxis in Netzwerken mit PoE. Definiert Berechnungsmodelle für Kabeltemperatur.
  • EN TR 50174-99-1: Ergänzung zu EN 50174 mit spezifischen Anforderungen für Energieübertragung über IKT-Verkabelung (PoE).

Normen für PoE und Steckverbinder

  • IEEE 802.3af: PoE Type 1 – max. 15,4 W (2003)
  • IEEE 802.3at: PoE+ Type 2 – max. 30 W (2009)
  • IEEE 802.3bt Type 3/4: 4PPoE – max. 60 W / 90–100 W (2018)
  • IEC 60512-99-001: Teststandard für RJ45-Verbindungen unter PoE-Last (Stecken/Ziehen unter Strom).
  • IEC 60603-7: Komponentennorm für modulare Steckverbinder (RJ45-Familie).

Normen für Erdung / Potentialausgleich

  • EN 50310: Anwendung von Potentialausgleich und Erdung in Gebäuden mit IKT-Einrichtungen.
  • ISO/IEC 30129:2015: Telekommunikationsbondingnetze für Gebäude und andere Strukturen.

Geschirmte vs. ungeschirmte Datenkabel – allgemeiner Vergleich

Konstruktionsunterschiede

Der grundlegende technische Unterschied zwischen geschirmten und ungeschirmten Datenkabeln liegt in ihrer Konstruktion. Beide Kabeltypen basieren auf dem Prinzip der Verdrillung (Twisted Pair), die durch abwechselnd gegensinnige Einwirkung elektromagnetischer Felder auf beide Leiter eines Paares eine inhärente Störunterdrückung bewirkt.

MerkmalUngeschirmt (U/UTP)Geschirmt (F/UTP, S/FTP, SF/UTP)
AufbauVerdrillte Adernpaare ohne zusätzliche SchirmungVerdrillte Paare mit Paarfolie und/oder Gesamtschirm (Folie + Geflecht)
ErdungNicht erforderlichFachgerechte Erdung und Potentialausgleich erforderlich
KabeldurchmesserGeringer (einfacherer Aufbau)Größer – bedingt durch Schirmlagen
Leiterquerschnitt (typisch)AWG24–26 (0,40–0,51 mm)AWG22–23 (0,51–0,64 mm)
Verfügbare KategorienKat. 5e, Kat. 6, Kat. 6AKat. 5e bis Kat. 8.2
Tabelle 2: Konstruktiver Vergleich – ungeschirmt vs. geschirmt

EMV-Schutz und Übertragungsqualität

Die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) beschreibt die Fähigkeit eines Systems, in einer gemeinsamen elektromagnetischen Umgebung störungsfrei zu funktionieren. In modernen Gebäuden nehmen EMV-relevante Einflüsse kontinuierlich zu: Schaltnetzteile, LED-Beleuchtungssysteme, Frequenzumrichter und Ladeinfrastruktur erzeugen hochfrequente Felder.

Geschirmte Datenkabel bieten in diesem Umfeld gegenüber ungeschirmten erhebliche Vorteile:

  • Alien Crosstalk (Außennebensprechen): Bei ungeschirmten Kabeln können benachbarte Kabel sich gegenseitig elektromagnetisch beeinflussen. Bei hohen Bandbreiten (10G, 25G) ist dieser Effekt so stark, dass er ohne aufwändiges Messverfahren nicht kontrolliert werden kann. Geschirmte Kabel eliminieren diesen Effekt nahezu vollständig durch ihren Aufbau (meet by design).
  • Paketverluste: In elektromagnetisch belasteten Umgebungen sind ungeschirmte Ethernet-Kabel anfälliger für Störeinflüsse. Dies kann die Fehlerrate erhöhen. Verlorene Pakete müssen erneut gesendet werden, was effektive Bandbreite kostet und Echtzeit-Dienste wie VoIP, Videokonferenzen oder ERP-Systeme beeinträchtigt.
  • Signalstabilität: Geschirmte Twisted-Pair-Kabel reduzieren elektromagnetische Störungen und Alien Crosstalk. Insbesondere bei 10-Gigabit-Ethernet in dicht belegten Kabeltrassen oder industriellen Umgebungen können sie die Signalqualität und Verbindungsstabilität verbessern und Geschwindigkeitsreduktionen oder Verbindungsabbrüche vermeiden.

Abnahmetests und Normkonformität

Ein häufig unterschätzter Aspekt bei der Entscheidung zwischen geschirmten und ungeschirmten Systemen sind die Kosten und der Aufwand für die normkonforme Abnahme nach Installation.

KriteriumGeschirmt (S/FTP, F/UTP)Ungeschirmt (U/UTP)
Erforderliche Tests (10G)Standard-Messung mit Handmessgerät ausreichendZusätzlicher Alien-Crosstalk-Test für Abnahme zwingend erforderlich (ISO/IEC 11801-1, TIA-568-C.2)
SpezialequipmentKein Zusatzmodul erforderlichSpezielle Alien-Crosstalk-Module + Störer-Modul notwendig
TestdauerKurz, routinemäßigDeutlich länger, aufwändiger Messaufbau
TestkostenGering (Standarddienstleister)Hoch – oft nur durch Spezialbetriebe möglich
BewertungEinfach, kostengünstig, reproduzierbarTeuer, zeitaufwändig, komplex
Tabelle 3: Vergleich Abnahmetests nach ISO/IEC und TIA/EIA

Praxishinweis – Prüfkosten: Ungeschirmte Kabel erscheinen in der Komponentenbeschaffung zuerst günstiger. Die Mehrkosten für die normkonforme Abnahme – insbesondere für 10G-Installationen – können diesen Vorteil jedoch vollständig aufheben. Alien-Crosstalk-Tests erfordern spezialisierte Messgeräte, die viele Installationsbetriebe nicht als Standardequipment zur Verfügung haben.

Bandbreite und Zukunftssicherheit

Einer der wichtigsten strategischen Aspekte bei der Entscheidung für ein Verkabelungssystem ist die Zukunftssicherheit. Passive Netzwerkverkabelungen werden typischerweise 15 bis 25 Jahre genutzt – die Investition in die richtige Kategorie und Schirmungsart zahlt sich daher über den gesamten Lebenszyklus aus.

KategorieMax. FrequenzMax. DatenrateISO/IEC 11801EIA/TIA 568
Cat. 5e100 MHz1G – 2,5 Gbit/sGeschirmt / ungeschirmtUngeschirmt
Kat. 6250 MHz1G – 5 Gbit/sGeschirmt / ungeschirmtUngeschirmt
Kat. 6A500 MHz10 Gbit/s bis 100 mGeschirmt / ungeschirmtUngeschirmt
Kat. 7600 MHz10 Gbit/s bis 100 mNur geschirmtNicht verfügbar
Kat. 7A1.000 MHz10 Gbit/s bis 100 mNur geschirmtNicht verfügbar
Kat. 8.12.000 MHz25/40 Gbit/s bis 30 mNur geschirmtNur S/FTP
Kat. 8.22.000 MHz25/40 Gbit/s bis 30 mNur geschirmtNur S/FTP
Tabelle 4: Kabelkategorien – Übertragungsklassen und Schirmungsanforderungen

Das Ergebnis ist eindeutig: Wer heute in Kat. 7, Kat. 7A oder Kat. 8 investieren möchte, ist zwingend auf geschirmte Komponenten angewiesen. Ungeschirmte Systeme sind auf Kat. 6A beschränkt. Eine nachträgliche Migration auf höhere Bandbreiten ist nur möglich, wenn die bestehende Infrastruktur geschirmt ist.

CobiNet Empfehlung:

Aufgrund der Möglichkeit zur Migration auf höhere Bandbreiten (25G/40G), der deutlich einfacheren und kostengünstigeren Abnahmetests sowie der überlegenen Übertragungsqualität empfiehlt CobiNet geschirmte Verkabelungssysteme für alle Neuinstallationen. Ungeschirmte Systeme bieten keinen dauerhaften Kostenvorteil, wenn Testaufwand und Zukunftssicherheit berücksichtigt werden.

Power over Ethernet – Grundlagen und Standards

Das Konzept der Stromversorgung über Ethernet-Datenkabel

Power over Ethernet (PoE) ermöglicht die gleichzeitige Übertragung von Daten und elektrischer Versorgungsenergie über ein und dasselbe Kupferdatenkabel. Endgeräte wie WLAN-Access-Points, IP-Kameras, IP-Telefone, Sensoren oder intelligente Beleuchtungssysteme können so ohne zusätzliche Stromversorgungsleitungen betrieben werden.

Power over Ethernet (PoE) kann auf zwei Arten bereitgestellt werden:

  • Endspan: Die Stromversorgung erfolgt direkt über einen PoE-fähigen Switch. Der Switch fungiert dabei als Power Sourcing Equipment (PSE) und speist Daten und elektrische Leistung über denselben Ethernet-Port ein.
  • Midspan: Zwischen einem nicht PoE-fähigen Switch und dem Endgerät wird ein separates PoE-Einspeisegerät (PoE Injector) eingefügt. Dieses fügt die elektrische Leistung in die Ethernet-Verbindung ein, während die Daten weiterhin vom Switch übertragen werden.

PoE-Standards der IEEE 802.3-Familie

StandardBezeichnungMax. Leistung PSEMax. Leistung PDAktive PaareJahr
IEEE 802.3afPoE – Type 115,4 W13,0 W2 von 42003
IEEE 802.3atPoE+ – Type 230,0 W25,5 W2 von 42009
IEEE 802.3bt Type 34PPoE60,0 W51,0 W4 von 42018
IEEE 802.3bt Type 4Hi-PoE90–100 W72,0 W4 von 42018
Tabelle 5: PoE-Standards gemäß IEEE 802.3

Ein weitreichender Schritt war die Einführung von IEEE 802.3bt (4PPoE): Alle vier Adernpaare werden simultan für Daten und Strom genutzt (Phantomspeisung). Der maximale Strom je Adernpaar steigt von 600 mA (Type 2) auf 1.000 mA (Type 3, -4). Dies hat direkte Auswirkungen auf die thermische Belastung des gesamten Datenkabels.

Erwärmung von Datenkabeln beim Betrieb von PoE

Physikalisches Grundprinzip

Datenkabel sind primär für die Übertragung digitaler Signale ausgelegt – nicht für die Leistungsübertragung. Ihr Leiterquerschnitt ist deutlich kleiner als bei dedizierten Niederspannungskabeln. Gleichzeitig ist die PoE-Betriebsspannung mit maximal 57 V relativ niedrig, was bei gegebener Leistung zu einem entsprechend hohen Stromfluss führt. Die daraus resultierende Verlustleistung wird vollständig in Wärme umgewandelt:

Pth = I² × R

Je höher der Strom (I) und je größer der Leiterwiderstand (R), desto mehr Wärme entsteht. Kabel sind gewöhnlich in Bündeln verlegt. In einem Kabelbündel kann die Wärme jedoch nicht einfach abgeführt werden – die äußeren Kabel wirken wie eine Wärmeisolation für die innenliegenden. Die Folgen sind weitreichend:

  • Der elektrische Widerstand steigt bei wachsender Temperatur (Temperaturkoeffizient Kupfer: ca. 0,39 %/Kelvin). Das bedeutet, dass der elektrische Widerstand von Kupfer pro Grad Temperaturerhöhung um etwa 0,39 % ansteigt.
  • Steigende Übertragungsdämpfung aufgrund des steigenden Widerstands – d. h. die maximal nutzbare Leitungslänge reduziert sich durch die Erwärmung.
  • Zunahme von Paketverlusten und Bitfehlern, dies führt zur Reduktion der effektiven Nutzbandbreite.
  • Beschleunigte Alterung der Isolationsmaterialien – jede dauerhaft um 10 °C erhöhte Betriebstemperatur halbiert die Kabellebensdauer (in IEC 60216 beschrieben).
  • Im Extremfall (4PPoE, dichte Bündel, schlechte Belüftung): Erweichen der Isolierwerkstoffe, Kurzschlussgefahr (in ISO/IEC TS 29125 beschrieben).

Das Zwei-Komponenten-Modell der ISO/IEC TS 29125

Die Norm ISO/IEC TS 29125 – der maßgebliche technische Bericht für PoE-Installationen – unterteilt die Kabelerwärmung in zwei unabhängige, sich überlagernde Komponenten:

  • ΔTth (innere Bündelerwärmung): Temperaturanstieg innerhalb des Bündels, primär abhängig von Kabeltyp, Leiterquerschnitt und Stromstärke.
  • ΔTu (äußere Erwärmung): Temperaturanstieg des Bündels gegenüber der Umgebung, primär abhängig von der Installationsumgebung (offene Trasse, geschlossener Kanal, isoliert) und der Kabelanzahl.

Anmerkung: Beide Komponenten wirken multiplikativ zusammen. Schlechte Kabelqualität kombiniert mit ungünstiger Installationsumgebung führt zu dramatisch höheren Temperaturen als jede Einzelkomponente erwarten lässt.

Einfluss der Installationsumgebung

InstallationsumgebungThermischer Koeffizient CuBewertung
Offene Trasse / belüfteter Kanal0,23Günstig – gute Wärmeabfuhr
Geschlossener Kabelkanal / Rohr0,48Mittel – eingeschränkte Wärmeabfuhr
Thermisch isoliert (z. B. unter Dach)1,10Ungünstig – Wärme staut sich auf
Tabelle 6: Thermische Koeffizienten für verschiedene Installationsumgebungen (ISO/IEC TS 29125)

Besondere Vorsicht gilt bei Installationen direkt unter einem Dach oder in warmen Technikräumen ohne aktive Belüftung. Hier addiert sich die Umgebungstemperatur zur ohnehin erhöhten Kabeltemperatur durch PoE – bei ungeschirmten Kabeln können so kritische Betriebszustände erreicht werden. Die Norm EN 50174-2 empfiehlt zusätzlich, dass die Kabelfüllrate in geschlossenen Kabelkanälen 40 % nicht überschreiten soll, um ausreichende Wärmeabfuhr zu gewährleisten.

Geschirmte vs. ungeschirmte Datenkabel beim Einsatz von PoE im direkten Vergleich

Die folgenden Daten basieren auf Messungen und Berechnungsmodellen nach ISO/IEC TS 29125 und zeigen den direkten Vergleich der Kabeltypen unter PoE-typischen Bedingungen:

AspektUngeschirmt (U/UTP)Geschirmt (S/FTP, F/UTP)
Leiterquerschnitt (typisch)AWG24–26 – höherer WiderstandAWG22–23 – niedrigerer Widerstand
Thermischer Kabelkoeffizient Cm5,0 (U/UTP)2,75 (S/FTP) – 45 % besser als UTP
WärmeableitungSchlecht – Wärme bleibt im KabelinnerenGut – metallischer Schirm leitet Wärme nach außen
Erwärmung bei 4PPoE (100 Kabel, Kanal)Ca. 25–35 °C ÜbertemperaturCa. 9–15 °C Übertemperatur
Lebensdauer bei PoE-DauerbetriebDeutlich reduziertKaum beeinträchtigt
Eignung PoE Type 1/2 (≤ 30 W)Bedingt geeignetVoll geeignet
Eignung 4PPoE Type 3 (60 W)Nicht empfohlenGeeignet
Eignung Hi-PoE Type 4 (90–100 W)Nicht geeignetEmpfohlen mit AWG22
BündeldichteMehr Kabel pro Bündel, aber höheres RisikoWeniger Kabel pro Bündel, bessere Thermik
Tabelle 7: Direktvergleich ungeschirmt vs. geschirmt unter PoE-Bedingungen

Temperaturgrafik: U/UTP vs. F/UTP vs. S/FTP

Abbildung 1: Direktvergleich ungeschirmt vs. geschirmt unter PoE und verschiedenen Installationsbedingungen (Quelle ISO/IEC TS 29125)

Bei PoE-typischen Strömen von 300–600 mA je Leiter (PoE+ bis 4PPoE) zeigt sich deutlich: U/UTP-Kabel erwärmen sich in isolierten Kanälen auf über 40 °C Bündeltemperatur. S/FTP-Kabel erreichen unter denselben Bedingungen nur ca. 30 °C. Bei 700 mA und mehr (Type 4) können U/UTP-Kabel im isolierten Bündel über 55 °C Bündeltemperatur erreichen – ein kritischer Betriebszustand. S/FTP bleibt bei ca. 35–40 °C. Diese Differenz von 15–20 °C ist der direkte Temperaturvorteil des geschirmten Kabels.

Hinweis: Beim Einsatz von U/UTP-Kabeln (AWG24) in dichten Bündeln unter thermisch ungünstigen Bedingungen (z. B. geschlossene Kanäle, Verlegung unter Dach) können bei 4PPoE Type 4 (Hi-PoE) kritische Temperaturen erreicht werden, bei denen thermoplastische Isolationsmaterialien erweichen. Im Extremfall entstehen Kurzschlüsse. Dies ist kein theoretisches Szenario, sondern ein in Laborversuchen belegter Effekt.

CobiNet Empfehlung:

Aufgrund der physikalisch nachweisbar besseren thermischen Eigenschaften und der Fähigkeit, auch 4PPoE Type 4-Anwendungen (60–100 W) sicher und zuverlässig zu unterstützen, empfiehlt CobiNet geschirmte Kabel (S/FTP) mit Leiterquerschnitt AWG22 oder AWG23 für alle PoE-Installationen. Ungeschirmte Kabel sind für 4PPoE-Anwendungen nicht geeignet und werden von CobiNet für Neuinstallationen nicht empfohlen.

Anforderungen an Steckverbinder beim Einsatz von PoE

Funkenbildung beim Trennen unter Last

RJ45-Steckverbinder wurden ursprünglich für die Übertragung von Datensignalen entwickelt – nicht für Leistungsübertragung. Beim Trennen einer Verbindung unter PoE-Last entsteht am Abrisspunkt ein Lichtbogen, dessen Energie mit steigender PoE-Leistungsklasse zunimmt. Dieser Lichtbogen erzeugt Plasma mit extrem hohen Temperaturen, das die Kontaktoberfläche lokal beschädigen kann.

Hochwertige Steckverbinder trennen geometrisch den Ablösepunkt (wo der Lichtbogen entsteht) von der nominalen Kontaktzone (wo im Betrieb der eigentliche Datenkontakt stattfindet). Günstige Steckverbinder, die lediglich die Grundnorm IEC 60603-7 erfüllen, bieten diese Trennung häufig nicht ausreichend.

Normative Anforderung: IEC 60512-99-001

Die Norm IEC 60512-99-001 definiert Prüfanforderungen für das Stecken und Ziehen von RJ45-Verbindungen unter PoE-Last. Nur nach diesem Standard zertifizierte Komponenten garantieren zuverlässigen PoE-Betrieb ohne Kontaktdegradation. Die Erfüllung der Grundnorm IEC 60603-7, die definiert, welche mechanischen, elektrischen und übertragungstechnischen Anforderungen ein modularer 8‑poliger Steckverbinder erfüllen muss, ist alleine für PoE-Installationen nicht ausreichend.

Anschlusstechnik: IDC vs. IPC

KontaktartIDCIPC
KontaktprinzipSchneidklemme trennt Isolierung definiert aufSpitze durchsticht Isolierung
KontaktqualitätGasdicht, elastisch stabilDruckabhängig, nicht gasdicht
LangzeitverhaltenSehr stabil, ideal für PoEKann nachlassen, Risiko von Mikro‑Lücken
Thermische ZyklenSehr robustKritisch bei PoE‑Erwärmung
NormenIEC 60352‑3Keine vergleichbare definierte Schneidnorm
Typische AnwendungRJ45‑Module, hochwertige Industrie‑SteckverbinderNiedrigpreisige, einfache Verbindungen
Tabelle 8: Vergleich Anschlusstechnik IDC vs. IPC

CobiNet Empfehlung:

Beim Betrieb von PoE in Datennetzen sind Anschlusskomponenten mit hochwertigen IDC‑Kontakten eindeutig zu bevorzugen, da sie thermische Ausdehnungszyklen zuverlässig kompensieren und eine dauerhaft stabile, gasdichte Verbindung sicherstellen.

Planungsempfehlungen für PoE-Installationen

Kabelauswahl

  • Leiterquerschnitt mindestens AWG23 (Kat. 6A, Kat. 7), empfohlen wird jedoch AWG22 (Kat. 7A) für 4PPoE (PoE++/Hi-PoE).
  • Schirmungstyp S/FTP für alle 4PPoE-Installationen – mindestens F/UTP für PoE+.
  • U/UTP-Kabel (AWG24) sind für 4PPoE-Anwendungen (PoE++/Hi-PoE) nicht geeignet.
  • Brandschutzklasse Cca oder B2ca wählen für zusätzliche Sicherheit unter thermischer Belastung.

Installationspraxis

  • Dicke Kabelbündel vermeiden – mehrere kleinere Bündel sind thermisch günstiger.
  • Kabelbündel möglichst nebeneinander statt konzentrisch bündeln.
  • Füllrate in geschlossenen Kanälen max. 40 % (gemäß EN 50174-2).
  • Ausreichende Belüftung der Kabeltrassen sicherstellen, Wärmestau vermeiden.
  • Kabeltemperaturen über 60 °C sind unbedingt zu vermeiden.
  • Für 4PPoE-Installationen (PoE++/Hi-PoE) Vorplanung der Wärmebilanz gemäß der Angaben in ISO/IEC TS 29125 durchführen.

Komponentenqualität

  • Ausschließlich Steckverbinder einsetzen, die nach IEC 60512-99-001 zertifiziert sind.
  • IDC-Anschlusstechnik gegenüber IPC bevorzugen.
  • Vollständig durchgehende Schirmstruktur – alle Komponenten (Kabel, Patchfeld, Dose, Patchkabel) müssen geschirmt und elektrisch verbunden sein.
  • Potentialausgleich normgerecht nach EN 50310 ausführen.

Gesamtempfehlung und Fazit

Allgemeine Empfehlung für strukturierte Verkabelung

Für alle Neuinstallationen strukturierter Netzwerkverkabelung empfiehlt CobiNet ausschließlich geschirmte Kabel (min. F/UTP, besser S/FTP). Ungeschirmte Systeme bieten keinen dauerhaften Kostenvorteil, wenn Testaufwand, Zukunftssicherheit und Betriebsqualität berücksichtigt werden. Nur geschirmte Systeme ermöglichen eine Migration auf 25G/40G und erfüllen die wachsenden Anforderungen moderner Gebäudeinfrastrukturen für die kommenden Jahre.

Empfehlungen für PoE-Installationen

Für alle PoE-Installationen – insbesondere mit PoE+ (IEEE 802.3at) und 4PPoE (IEEE 802.3bt) – sind geschirmte Kabel (S/FTP) mit AWG22 oder AWG23 zwingend erforderlich. Ungeschirmte Kabel (U/UTP, AWG24) sind für 4PPoE-Anwendungen physikalisch wenig geeignet und können in dichten Bündeln kritische Temperaturen erreichen, die Betriebssicherheit und Lebensdauer der gesamten Infrastruktur gefährden.

Zusammenfassung der Kernargumente

KriteriumWarum geschirmt überlegen istNormative Grundlage
EMV / SignalqualitätKein Alien Crosstalk, stabile Übertragung bis 25G/40GISO/IEC 11801, EN 50173
AbnahmekostenKein aufwändiger Alien-Crosstalk-Test erforderlichISO/IEC 11801-1, TIA-568-C.2
ZukunftssicherheitKat. 7, Kat. 7A, Kat. 8.1, Kat. 8.2 nur mit Schirmung verfügbarISO/IEC 11801, EIA/TIA 568
PoE Thermik45 % bessere Wärmeableitung (Koeffizient Cm)ISO/IEC TS 29125
PoE LebensdauerGeringere Dauertemperatur → längere KabellebensdauerISO/IEC TS 29125
4PPoE-EignungStabiler Betrieb bei 60–100 W gesichertIEEE 802.3bt, ISO/IEC TS 29125
SteckverbinderNach IEC 60512-99-001 zertifiziert, IDC-TechnikIEC 60512-99-001
InvestitionssicherheitLängere Nutzungsdauer, kein vorzeitiger AustauschISO/IEC TS 29125
Tabelle 9: Zusammenfassung der Kernargumente für geschirmte Verkabelung

Normative Referenzen

Komponenten strukturierter Verkabelung

  • ISO/IEC 11801 (alle Teile): Internationale Norm für generische Verkabelung
  • EN 50173 (Europa): Europäische Norm für strukturierte Verkabelung
  • EIA/TIA-568: Nordamerikanischer Kabelstandard

Installation

  • EN 50174 (alle Teile): Planung, Installation und Betrieb von IKT-Verkabelungen
  • ISO/IEC 14763-2: Planung und Installation von Kundeninfrastrukturen
  • ISO/IEC TS 29125: Sichere Installationspraxis für PoE-Anwendungen
  • EN TR 50174-99-1: Energieübertragung über IKT-Verkabelung (PoE)

PoE-Standards

  • IEEE 802.3af: Power over Ethernet (PoE) Type 1 – 15,4 W (2003)
  • IEEE 802.3at: Power over Ethernet Plus (PoE+) Type 2 – 30 W (2009)
  • IEEE 802.3bt: 4-Pair Power over Ethernet (4PPoE) Type 3/4 – 60/100 W (2018)

Steckverbinder

  • IEC 60512-99-001: Test RJ45 unter PoE-Last (Stecken/Ziehen)
  • IEC 60603-7: Komponentennorm für modulare Steckverbinder

Erdung / Potentialausgleich

  • EN 50310: Potentialausgleich und Erdung in IKT-Umgebungen
  • ISO/IEC 30129:2015: Telekommunikationsbonding für Gebäude

CobiNet Produkte für den sicheren, störungsfreien PoE-Betrieb

Auf Basis der in diesem Technical Report erarbeiteten technischen Anforderungen empfiehlt CobiNet folgende Produkte aus dem eigenen Sortiment. Alle aufgeführten Komponenten sind optimal aufeinander abgestimmt und bilden gemeinsam eine vollständig geschirmte, normkonforme Installationsstrecke – vom Verlegekabel bis zum Patchkabel.

Verlegekabel – geschirmt, S/FTP

PoE optimiert und zukunftssicher: Hi-PoE bis 100 W und 25 Gbit/s – CobiNet 1500 CC / 1300 CC, Kat. 7A

Die CobiNet 1500 CC und 1300 CC Verlegekabel (Kat. 7A, AWG 22) sind die optimale Wahl für Installationen, die langfristig nutzbar und zukunftssicher sein sollen. Mit Bandbreiten bis 1500 MHz ermöglichen sie bei Bedarf eine Migration auf 25 Gbit/s, ohne dass das Kabel ausgetauscht werden muss – lediglich die Datenbuchsen sind durch 25G‑fähige Varianten zu ersetzen.

Der große Leiterquerschnitt (AWG 22) bietet zudem sehr gute thermische Eigenschaften unter PoE‑Last: niedrigerer Leiterwiderstand, geringere Erwärmung und damit eine deutlich höhere Lebensdauer der Installation.

ArtikelAufbauAWGBandbreitePoE-EignungCPR-KlasseArtikel-Nr.
CobiNet 1500 CC SX, Kat. 7A, S/FTPSimplex221500 MHz bis 25 Gbit/sHi-PoE bis 100 WDca s1 d2 a1118878
CobiNet 1500 CC DX, Kat. 7A, S/FTPDuplex221500 MHz bis 25 Gbit/sHi-PoE bis 100 WDca s1 d2 a1118877
CobiNet 1300 CC SX, Kat. 7A, S/FTPSimplex221300 MHz bis 25 Gbit/sHi-PoE bis 100 WDca s1 d2 a1119087
CobiNet 1300 CC SX, Kat. 7A, S/FTPSimplex221300 MHz bis 25 Gbit/sHi-PoE bis 100 WB2ca s1 b1 a1123640
CobiNet 1300 CC DX, Kat. 7A, S/FTPDuplex221300 MHz bis 25 Gbit/sHi-PoE bis 100 WDca s1 d2 a1123487
Tabelle 10: CobiNet Verlegekabel Kat. 7A, AWG 22 – für 4PPoE Type 4 und 25 Gbit/s

CobiNet Empfehlung:

Das CobiNet 1500 CC (Kat. 7A, AWG 22) ist die erste Wahl für alle Neuinstallationen mit Hi-PoE (IEEE 802.3bt Type 4) und Bandbreitenanforderungen bis 25 Gbit/s. Der großzügige Leiterquerschnitt AWG 22 minimiert den Leiterwiderstand, reduziert die Wärmeentwicklung unter PoE-Last und sichert auch in dichten Kabelbündeln stabile Betriebstemperaturen. Mit Bandbreiten bis 1500 MHz ist das Kabel bei Bedarf ohne den Wechsel der 10G-tauglichen Datenbuchsen auf 25G-taugliche Varianten auf 25 Gbit/s migrierbar.

Der sichere Standard: 4PPoE Type 3 bis 60 W und 10 Gbit/s – CobiNet 1200 CC / 1000 CC, Kat. 7A / Kat. 7

Für Standard-PoE++-Installationen (IEEE 802.3bt Type 3, max. 60 W) und 10-Gbit-Anwendungen. AWG 23 mit vollständiger S/FTP-Schirmung.

ArtikelAufbauAWGBandbreitePoE-EignungCPR-KlasseArtikel-Nr.
CobiNet 1200 CC SX, Kat. 7A, S/FTPSimplex231200 MHz 10 Gbit/s4PPoE bis 60 WDca s1 d2 a1123488
CobiNet 1200 CC DX, Kat. 7A, S/FTPDuplex231200 MHz 10 Gbit/s4PPoE bis 60 WDca s1 d2 a1123489
CobiNet 1000 CC SX, Kat. 7, S/FTPSimplex231000 MHz 10 Gbit/s4PPoE bis 60 WDca s1 d2 a1114757
CobiNet 1000 CC DX, Kat. 7, S/FTPDuplex231000 MHz 10 Gbit/s4PPoE bis 60 WDca s1 d2 a1114758
Tabelle 11: CobiNet Verlegekabel Kat. 7A / Kat. 7, AWG 23 – für 4PPoE Type 3 und 10 Gbit/s

CobiNet Empfehlung:

CobiNet 1200 CC (Kat. 7A, AWG 23) und CobiNet 1000 CC (Kat. 7, AWG 23) Datenkabel sind die richtige Wahl für alle Standardinstallationen mit 4PPoE (IEEE 802.3bt Type 3) bis 60 Watt und Übertragungsraten bis 10 Gbit/s. Der Leiterquerschnitt AWG 23 bietet einen geringen Leiterwiderstand, reduziert dadurch die Wärmeentwicklung unter PoE-Last und sichert auch in dichten Kabelbündeln stabile Betriebstemperaturen. Mit Bandbreiten bis 1200 MHz bzw. 1000 MHz sind beide Kabel für alle gängigen 10-Gbit-Anwendungen dauerhaft ausgelegt und bieten damit eine solide Basis für moderne Gebäudenetzwerke.

RJ45-Datenbuchsen – geschirmt, Kat. 6A, 10 Gbit

Für die normkonforme Anschlusstechnik bietet CobiNet zwei aufeinander abgestimmte Systemlösungen: das werkzeuglose RJ45-TL®-System und das bewährte Keystone-System KS. Beide Systeme sind für PoE-Anwendungen bis 90 W (IEEE 802.3bt Type 4) zugelassen und GHMT-zertifiziert.

Innovativ und werkzeuglos: System RJ45-TL®, Kat. 6A, 10 Gbit

Innovativer Hebelmechanismus ermöglicht werkzeuglose Montage in 3 Schritten – mit integriertem Sichtfenster zur Beschaltungskontrolle. Ideal für schnelle Installationen und beengte Einbauumgebungen, wie flache Unterputzdoseneinsätze. Integrierbar und voll designfähig in alle gängigen Schalterprogramme.

ArtikelPortsFrequenzPoE-EignungZertifizierungArtikel-Nr.
Datenbuchse RJ45-TL® rapid 2-fach2 × RJ45500 MHz / Kat. 6Abis 90 W (4PPoE)GHMT type approval126809
Datenbuchse RJ45-TL® rapid 1-fach1 × RJ45500 MHz / Kat. 6Abis 90 W (4PPoE)GHMT type approval126808
Anschlussset Datendose RJ45-TL® rapid, 2-fach2 × RJ45500 MHz / Kat. 6Abis 90 W (4PPoE)GHMT type approval127487
Anschlussset Datendose RJ45-TL® rapid, 1-fach1 × RJ45500 MHz / Kat. 6Abis 90 W (4PPoE)GHMT type approval127486
Verteilerfeld RJ45-TL®24 × RJ45500 MHz / Kat. 6Abis 90 W (4PPoE)GHMT type approval126226
Tabelle 12: CobiNet RJ45-TL® System, Kat. 6A

System KS, millionenfach bewährte Qualität im Keystone-Format – Kat. 6A, GHMT PVP-zertifiziert

Modulare Datenbuchsen im Keystoneformat mit 360°-Schirmung, gasdichten LSA-Schneidklemmen und vollmetallischer Kammerschirmung. Maximale NEXT-Reserven bis zu 8 dB. Integrierbar und designfähig mit den meisten gängigen Schalterprogrammen.

ArtikelEthernetFrequenzPoE-EignungZertifizierungArtikel-Nr.
RJ45-Buchse KS ICS 500, Kat. 6A (2er-Pack)10 Gbit500 MHzbis 90 W (4PPoE)GHMT PVP117175
RJ45-Buchse KS ICS 500, Kat. 6A (50er-Pack)10 Gbit500 MHzbis 90 W (4PPoE)GHMT PVP118828
RJ45-Buchse KS IPS 500, Klasse EA PL (2er-Pack)10 Gbit500 MHzbis 90 W (4PPoE)117186
RJ45-Buchse KS ICS 250, Kat. 6 (2er-Pack)1 Gbit250 MHzbis 90 W (4PPoE)117183
Tabelle 13: CobiNet RJ45-Datenbuchsen KS, Keystone-Format

Verteilerfelder/Verteilgehäuse – geschirmt

Für die vollständig durchgehende Schirmstruktur – vom Verlegekabel bis zum Patchfeld – bietet CobiNet drei Systeme: das ergonomische RJ45-TL®-Verteilerfeld, das modulare KS-Leergehäuse und das schnelle LSA-Verteilerfeld.

ArtikelPortsHöheBesonderheitArtikel-Nr.
Verteilerfeld RJ45-TL®, 500 MHz, Kat. 6A24 × RJ451 HEWerkzeuglose Montage von vorne, GHMT type approval, bis 90 W (4PPoE)126226
Verteilgehäuse RJ45-TL®, 500 MHz, Kat. 6A12 × RJ45Werkzeuglose Montage von vorne, GHMT type approval, bis 90 W (4PPoE)126812
Verteilgehäuse RJ45-TL®, 500 MHz, Kat. 6A6 × RJ45Werkzeuglose Montage von vorne, GHMT type approval, bis 90 W (4PPoE)126811
Leergehäuse KS, 24 Pos., RAL 7035für 24 × RJ45 Buchse1 HEFür alle CobiNet Keystone-Buchsen, inkl. Erdungskabel115947
Leergehäuse KS, 24 Pos., RAL 9005für 24 × RJ45 Datenbuchse KS1 HEFür alle CobiNet Keystone-Buchsen, inkl. Erdungskabel116292
Leergehäuse KS HD, 48 Pos., RAL 7035für 48 × RJ45 Datenbuchse KS1,5 HEHigh-Density, hohe Portdichten, für alle CobiNet Keystone-Buchsen, inkl. Erdungskabel116088
Tabelle 14: CobiNet Verteilerfelder, geschirmt, 19″

System-Patchkabel – S/FTP, Kat. 6A, 500 MHz

Für die vollständige Schirmkette sind auch die Patchkabel als S/FTP-Ausführung einzusetzen und PoE-tauglich bis 60 Watt. CobiNet-Patchkabel nach Kat. 6A sind in verschiedenen Längen und Farben verfügbar. Die unten stehende Tabelle bietet nur einen Auszug aus dem Lieferprogramm.

ArtikelAufbauFrequenzEthernetFarbeLängeArtikel-Nr.
Patchkabel Kat. 6AS/FTP, LSZH500 MHz10 GbitGrau0,5 m119317
Patchkabel Kat. 6AS/FTP, LSZH500 MHz10 GbitGrau1,0 m123448
Patchkabel Kat. 6AS/FTP, LSZH500 MHz10 GbitGrau2,0 m123450
Patchkabel Kat. 6AS/FTP, LSZH500 MHz10 GbitGrau3,0 m123451
Patchkabel Kat. 6AS/FTP, LSZH500 MHz10 GbitGrau5,0 m123452
Patchkabel Kat. 6AS/FTP, LSZH500 MHz10 GbitGrau7,5 m123453
Patchkabel Kat. 6AS/FTP, LSZH500 MHz10 GbitGrau10,0 m123454
Tabelle 15: CobiNet Patchkabel S/FTP, Kat. 6A (Auswahl)

Kabelverbinder LSA – für Kabelverlängerungen

Für Inline-Verbindungen und Verlängerungen bietet CobiNet vollgeschirmte Kabelverbinder mit LSA-Schneidklemmen – verfügbar bis Kat. 8 (40 Gbit/s), PoE-tauglich bis 60 Watt (PoE++).

ArtikelKategorieFrequenzMax. DatenrateArtikel-Nr.
Kabelverbinder LSA, Kat. 8, 1000 MHzKat. 82000 MHzBis 40 Gbit/s128008
Kabelverbinder LSA, Kat. 7AKat. 7A1500 MHzBis 25 Gbit/s127935
Kabelverbinder LSA, Kat. 7Kat. 7600 MHzBis 10 Gbit/s112711
Tabelle 16: CobiNet Kabelverbinder LSA, geschirmt

Empfohlene Systemkombinationen nach PoE-Leistungsklasse

Die folgende Übersicht fasst die empfohlenen Produktkombinationen für die drei praxisrelevanten PoE-Szenarien zusammen. Alle Systemkomponenten sind aufeinander abgestimmt und bilden eine vollständig geschirmte, GHMT-zertifizierte Installationsstrecke.

PoE-KlasseMax. LeistungVerlegekabelDatenbuchsePatchfeldPatchkabel
Hi-PoE / Type 4100 WCobiNet 1500 CC oder 1300 CC Kat. 7A, AWG 22, S/FTP Art. 118878 / 119087RJ45-TL® rapid 500 MHz, Kat. 6A Art. 126809 oder KS ICS 500 Art. 117175RJ45-TL® Verteilerfeld Kat. 6A Art. 126226 oder Verteilerfeld unbestückt KS 24 Pos. Art. 115947Patchkabel Kat. 6A S/FTP, LSZH Art. 119317 ff. (siehe Tabelle 15 / andere Farben erhältlich)
PoE++ / Type 360 WCobiNet 1200 CC oder 1000 CC Kat. 7A / Kat. 7, AWG 23 Art. 123488 / 114757RJ45-TL® rapid 500 MHz, Kat. 6A Art. 126809 oder KS ICS 500 Art. 117175RJ45-TL® Verteilerfeld Kat. 6A Art. 126226 oder Verteilerfeld unbestückt KS 24 Pos. Art. 115947Patchkabel Kat. 6A S/FTP, LSZH Art. 119317 ff. (siehe Tabelle 15 / andere Farben erhältlich)
PoE+ / Type 230 WCobiNet 1000 CC Kat. 7, AWG 23, S/FTP Art. 114757 / 114758RJ45-TL® rapid 500 MHz, Kat. 6A Art. 126809 oder KS ICS 500 Art. 117175RJ45-TL® Verteilerfeld Kat. 6A Art. 126226 oder Verteilerfeld unbestückt KS 24 Pos. Art. 115947Patchkabel Kat. 6A S/FTP, LSZH Art. 119317 ff. (siehe Tabelle 15 / andere Farben erhältlich)
Tabelle 17: Empfohlene CobiNet Systemkombinationen nach PoE-Leistungsklasse

CobiNet Empfehlung:

Für maximale Investitions- und Zukunftssicherheit empfiehlt CobiNet bei allen Neuinstallationen den Einsatz des CobiNet 1500 CC (Kat. 7A, AWG 22, GHMT-PVP-zertifiziert) in Kombination mit den Anschlusssystemen RJ45-TL® rapid oder KS (Datenanschlussdosen im Keystone-Format, GHMT-PVP-zertifiziert). Diese Lösung unterstützt sämtliche PoE-Klassen bis einschließlich Hi-PoE (100 W) und gewährleistet die vollständige Normkonformität gemäß ISO/IEC 11801 und EN 50173. Darüber hinaus ermöglicht die modulare Systemarchitektur eine einfache Migration auf höhere Übertragungsraten: Durch den Austausch der heute für 10 Gigabit Ethernet geeigneten Module gegen 25-Gigabit-fähige Module kann die bestehende Verkabelungsinfrastruktur langfristig weiter genutzt werden.

Bezug von CobiNet Produkten und weitere Informationen

  • Online-Shop: Alle aufgeführten Produkte sind direkt bestellbar unter www.cobinet.com/shop
  • Direkter Kontakt: +49 6203 4900-0 | kontakt@cobinet.com
  • Großhandel: Wir arbeiten mit zahlreichen Großhändlern zusammen.
  • Konfektionsservice: CobiNet bietet projektspezifische, individuelle Vorkonfektionierung aller Komponenten – für beschleunigte Projektlaufzeiten und reduzierte Installationskosten vor Ort.
  • Technische Beratung: Für projektspezifische Auslegung und Normberatung steht das CobiNet-Anwendungsteam zur Verfügung: +49 6203 4900-0 | kontakt@cobinet.com
  • GHMT PVP-Zertifikate: Alle Zertifikate einsehbar unter https://pvp.ghmt.de/index.php/cobinet und auf der CobiNet-Homepage.

Häufige Fragen zu geschirmten Datenkabeln und PoE

Warum sind geschirmte Datenkabel bei PoE-Installationen besser als ungeschirmte?

Geschirmte Datenkabel (S/FTP) leiten entstehende Wärme durch ihren metallischen Schirm deutlich besser nach außen ab als ungeschirmte Kabel (U/UTP). Der thermische Kabelkoeffizient Cm liegt bei S/FTP bei 2,75 gegenüber 5,0 bei U/UTP – das entspricht einer 45 % besseren Wärmeableitung. In dichten Kabelbündeln mit 4PPoE-Last (IEEE 802.3bt) können ungeschirmte Kabel kritische Temperaturen erreichen, bei denen Isolationsmaterialien erweichen und Kurzschlüsse entstehen können. Geschirmte Kabel bleiben bei denselben Bedingungen im sicheren Betriebsbereich.

Welche Norm regelt die thermische Auslegung von PoE-Installationen?

Die maßgebliche Norm ist die ISO/IEC TS 29125. Sie definiert ein Zwei-Komponenten-Modell für die Kabelerwärmung: die innere Bündelerwärmung (ΔTth) und die äußere Erwärmung gegenüber der Umgebung (ΔTu). Ergänzend regelt die EN TR 50174-99-1 spezifische Anforderungen für die Energieübertragung über IKT-Verkabelung (Remote Powering). Auf Basis dieser Normen lässt sich für die zu planende Installation eine Wärmebilanz berechnen. Insbesondere für 4PPoE- und Hi-PoE-Anwendungen sollte dies dringend ausgeführt werden um eine langfristig hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten.

Sind ungeschirmte Kabel (U/UTP) für PoE grundsätzlich ungeeignet?

Für einfache PoE-Anwendungen nach IEEE 802.3af (Type 1, max. 15,4 W) oder IEEE 802.3at (Type 2, max. 30 W) sind ungeschirmte Kabel unter günstigen Installationsbedingungen geeignet. Für 4PPoE nach IEEE 802.3bt Type 3 (60 W) werden ungeschirmte Kabel nicht empfohlen, für Hi-PoE Type 4 (90–100 W) sind sie grundsätzlich nicht geeignet.

Welche Datenkabel empfiehlt CobiNet für den Einsatz von PoE?

CobiNet empfiehlt Datenkabel mit einem Leiterquerschnitt von AWG 22 insbesondere für den Einsatz von Power over Ethernet (PoE). Der größere Kupferquerschnitt reduziert den elektrischen Widerstand im Kabel, wodurch Spannungsverluste und Wärmeentwicklung verringert werden. Dies ist besonders bei leistungsstarken PoE-Anwendungen wie WLAN-Access-Points, IP-Kameras, VoIP-Telefonen oder Systemen der Gebäudeautomation von Vorteil. Da strukturierte Gebäudeverkabelungen typischerweise über viele Jahre, häufig sogar mehrere Jahrzehnte, genutzt werden, sollte die Kabelinfrastruktur bereits heute auf zukünftige Anforderungen ausgelegt sein. AWG22-Kabel bieten hierfür zusätzliche Leistungsreserven und schaffen optimale Voraussetzungen für den sicheren Betrieb aktueller sowie künftiger PoE-Generationen.

Welche Abnahmetests sind für geschirmte und ungeschirmte 10-Gbit/s-Installationen erforderlich?

Für geschirmte 10-Gbit/s-Installationen genügt eine Standard-Messung mit einem handelsüblichen Handmessgerät. Kein Zusatzmodul ist erforderlich, die Testdauer ist kurz und die Abnahme kann durch jeden qualifizierten Installationsbetrieb durchgeführt werden. Für ungeschirmte 10-Gbit/s-Installationen ist nach ISO/IEC 11801-1 und TIA-568-C.2 ein zusätzlicher Alien-Crosstalk-Test zwingend erforderlich. Dieser Test erfordert spezialisierte Messgeräte mit Alien-Crosstalk-Modulen und Störer-Modul – Equipment, das viele Betriebe nicht als Standardausstattung vorhalten. Die hohen Testkosten können den Preisvorteil bei den Kabelkosten vollständig aufheben.

Welche Datenkabel sind für höhere Bandbreiten von 25 Gbit/s und 40 Gbit/s erforderlich?

Übertragungsraten von 40 Gbit/s benötigen Kabel der Kategorie Kat. 8.1 oder Kat. 8.2 (2.000 MHz, Reichweite bis 30 m) – beide Kategorien sind ausschließlich in geschirmter Ausführung (S/FTP) genormt. Für 25-Gbit/s-Übertragungen reichen geschirmte, 25G-taugliche Kabel mit einer unterstützten Frequenz von mindestens 1.250 MHz. Der Vorteil für Planer: Wer heute in Kat. 7A investiert, kann die bestehende Verkabelungsinfrastruktur später mit überschaubarem Aufwand auf 25 Gbit/s aufrüsten – es müssen lediglich die Anschlussdosen gegen 25G-fähige Module getauscht werden. Eine komplette Neuverkabelung entfällt.

Welche Anforderungen stellt der Betrieb von PoE an RJ45-Steckverbinder?

Beim Trennen einer RJ45-Verbindung unter PoE-Last entsteht ein Lichtbogen, der die Kontaktoberfläche beschädigen kann. Die Erfüllung der Grundnorm für RJ45-Steckverbinder IEC 60603-7 alleine ist für den sicheren betrieb von PoE-Installationen nicht ausreichend. Nur Steckverbinder, die nach IEC 60512-99-001 zertifiziert sind, garantieren einen zuverlässigen PoE-Betrieb ohne Kontaktdegradation. Bei der Anschlusstechnik sind IDC-Kontakte (Schneidklemme nach IEC 60352-3) gegenüber IPC-Kontakten (Durchdringkontakt) eindeutig zu bevorzugen: IDC-Kontakte sind gasdicht, thermisch robust und bieten dauerhaft stabilen Kontakt auch unter den Temperaturwechseln des PoE-Betriebs.

Was ist bei der Verlegung von PoE-betriebenen Datenkabeln zu beachten?

Die Installationsumgebung hat erheblichen Einfluss auf die thermische Belastung der Kabel. In geschlossenen Kabelkanälen oder Rohren ist die Wärmeabfuhr eingeschränkt, in thermisch isolierten Bereichen (z. B. unter Dach) kann sich Wärme stark aufstauen. Die Norm EN 50174-2 empfiehlt, die Kabelfüllrate in geschlossenen Kabelkanälen auf maximal 40 % zu begrenzen. Dicke Kabelbündel sollten vermieden werden – mehrere kleinere Bündel nebeneinander sind thermisch günstiger als ein konzentrisch angeordnetes Großbündel. Für alle 4PPoE- und Hi-PoE-Installationen ist vor der Ausführung eine Wärmebilanz gemäß ISO/IEC TS 29125 zu erstellen.

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Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, Weitergabe oder Veröffentlichung – auch auszugsweise – nur mit schriftlicher Genehmigung der CobiNet GmbH. Alle Angaben in diesem Report wurden sorgfältig recherchiert und entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Erstellung; für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit wird jedoch keine Gewähr übernommen. Technische Änderungen sowie Änderungen von Normen und Produktdaten bleiben vorbehalten.


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