Geschirmte vs. ungeschirmte Datenkabel bei PoE-Installationen
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Geschirmte vs. ungeschirmte Datenkabel bei PoE-Installationen
Dieser Technical Report bewertet die strukturierte Netzwerkverkabelung aus zwei zentralen Perspektiven: dem allgemeinen technischen Vergleich zwischen geschirmten (S/FTP, F/UTP) und ungeschirmten (U/UTP) Datenkabeln sowie dem spezifischen Einsatz im Zusammenhang mit Power over Ethernet (PoE). Beide Themen sind eng miteinander verknüpft – denn gerade bei PoE-Anwendungen treten die Vorteile geschirmter Kabel besonders deutlich zutage.
Der Report basiert auf normativen Grundlagen (ISO/IEC 11801, EN 50173, EN 50174, ISO/IEC TS 29125) sowie eigenen technischen Analysen und Laborerkenntnissen von CobiNet.
Inhaltsverzeichnis
- Executive Summary
- Normative Grundlagen
- Geschirmte vs. ungeschirmte Datenkabel – allgemeiner Vergleich
- Power over Ethernet – Grundlagen und Standards
- Erwärmung von Datenkabeln beim Betrieb von PoE
- Anforderungen an Steckverbinder beim Einsatz von PoE
- Planungsempfehlungen für PoE-Installationen
- Gesamtempfehlung und Fazit
- Normative Referenzen
- CobiNet Produkte für den sicheren, störungsfreien PoE-Betrieb
- Verlegekabel – geschirmt, S/FTP
- PoE optimiert und zukunftssicher: Hi-PoE bis 100 W und 25 Gbit/s – CobiNet 1500 CC / 1300 CC, Kat. 7 A
- Der sichere Standard: 4PPoE Type 3 bis 60 W und 10 Gbit/s – CobiNet 1200 CC / 1000 CC, Kat. 7 A / Kat. 7
- RJ45-Datenbuchsen – geschirmt, Kat. 6 A , 10 Gbit
- Innovativ und werkzeuglos: System RJ45-TL ® , Kat. 6 A , 10 Gbit
- System KS, millionenfach bewährte Qualität im Keystone-Format – Kat. 6 A , GHMT PVP-zertifiziert
- Verteilerfelder/Verteilgehäuse – geschirmt
- System-Patchkabel – S/FTP, Kat. 6 A , 500 MHz
- Kabelverbinder LSA – für Kabelverlängerungen
- Empfohlene Systemkombinationen nach PoE-Leistungsklasse
- Bezug von CobiNet Produkten und weitere Informationen
Executive Summary
| Kriterium | Geschirmt (S/FTP, F/UTP) | Ungeschirmt (U/UTP) |
|---|---|---|
| EMV-Schutz / Crosstalk | Sehr gut – hohe Immunität gegen Störfelder und Alien Crosstalk | Deutlich anfälliger, insbesondere bei hohen Bandbreiten |
| Abnahmetests | Standardtest mit Handmessgerät ausreichend, kein separater Alien-Crosstalk-Test (ISO/IEC, TIA) | Aufwändiger, teurer Alien-Crosstalk-Test erforderlich (ISO/IEC, TIA) |
| PoE Erwärmung | Geringere Erwärmung durch bessere Wärmeableitung und dickere Leiter | Stärkere Erwärmung besonders in Bündeln, Risiko bei 4PPoE/Hi-PoE |
| Energieeffizienz | Höher – weniger Erwärmung und Energieverlust durch geringeren Widerstand | Niedriger – mehr Erwärmung und Energieverlust durch höheren Widerstand |
| Bandbreite / Zukunft | Bis 25G/40G, Kategorien bis Kat. 8.2 verfügbar | Zuverlässig nur bis 10G, keine höheren Kategorien vorhanden |
| Datenqualität | Stabil, wenig Paketverlust – ideal für Echtzeit-Dienste | Mehr Fehler in störreichen Umgebungen |
| Normkonformität | Einfach erfüllbar (ISO/IEC und TIA/EIA) | Aufwändiger und teurer, Alien-Crosstalk-Messung komplex |
| Anschaffungskosten | Kabel und Komponenten höherpreisig | Kabel günstig, aber hohe Testkosten bei Abnahme |
CobiNet Empfehlung:
Geschirmte Datenkabel (S/FTP, F/UTP) sind ungeschirmten Kabeln (U/UTP) in allen relevanten technischen Kriterien überlegen. Sie bieten besseren EMV-Schutz, niedrigere Gesamtkosten (unter Berücksichtigung der Testkosten), höhere Energieeffizienz bei PoE, deutlich bessere thermische Eigenschaften und volle Zukunftssicherheit bis 25G/40G. Für alle Neuinstallationen empfiehlt CobiNet ausschließlich geschirmte Verkabelungssysteme.
Normative Grundlagen
Normen für Komponenten der strukturierten Verkabelung
- ISO/IEC 11801: Internationale Norm für generische Verkabelung (strukturierte Verkabelung). Gilt in fünf Teilen für Büro, Industrie, Wohngebäude, Rechenzentren und weitere Umgebungen.
- EN 50173 (Europa): Europäisches Äquivalent zur ISO/IEC 11801, inhaltlich harmonisiert. Verbindlich für europäische Installationen.
- EIA/TIA-568: Nordamerikanischer Kabelstandard. Definiert Anforderungen an Kabel, Steckverbinder und Installationspraxis.
Normen für die Installationspraxis
- EN 50174: Anforderungen an Planung, Installation und Betrieb von IKT-Verkabelungssystemen – in fünf Teilen für verschiedene Umgebungen (Büro, Industrie, Wohnen, Rechenzentrum, Gebäudetechnik).
- ISO/IEC 14763-2: Planung und Installation von Kundeninfrastrukturen.
- ISO/IEC TS 29125: Technischer Bericht zur sicheren Installationspraxis in Netzwerken mit PoE. Definiert Berechnungsmodelle für Kabeltemperatur.
- EN TR 50174-99-1: Ergänzung zu EN 50174 mit spezifischen Anforderungen für Energieübertragung über IKT-Verkabelung (PoE).
Normen für PoE und Steckverbinder
- IEEE 802.3af: PoE Type 1 – max. 15,4 W (2003)
- IEEE 802.3at: PoE+ Type 2 – max. 30 W (2009)
- IEEE 802.3bt Type 3/4: 4PPoE – max. 60 W / 90–100 W (2018)
- IEC 60512-99-001: Teststandard für RJ45-Verbindungen unter PoE-Last (Stecken/Ziehen unter Strom).
- IEC 60603-7: Komponentennorm für modulare Steckverbinder (RJ45-Familie).
Normen für Erdung / Potentialausgleich
- EN 50310: Anwendung von Potentialausgleich und Erdung in Gebäuden mit IKT-Einrichtungen.
- ISO/IEC 30129:2015: Telekommunikationsbondingnetze für Gebäude und andere Strukturen.
Geschirmte vs. ungeschirmte Datenkabel – allgemeiner Vergleich
Konstruktionsunterschiede
Der grundlegende technische Unterschied zwischen geschirmten und ungeschirmten Datenkabeln liegt in ihrer Konstruktion. Beide Kabeltypen basieren auf dem Prinzip der Verdrillung (Twisted Pair), die durch abwechselnd gegensinnige Einwirkung elektromagnetischer Felder auf beide Leiter eines Paares eine inhärente Störunterdrückung bewirkt.
| Merkmal | Ungeschirmt (U/UTP) | Geschirmt (F/UTP, S/FTP, SF/UTP) |
|---|---|---|
| Aufbau | Verdrillte Adernpaare ohne zusätzliche Schirmung | Verdrillte Paare mit Paarfolie und/oder Gesamtschirm (Folie + Geflecht) |
| Erdung | Nicht erforderlich | Fachgerechte Erdung und Potentialausgleich erforderlich |
| Kabeldurchmesser | Geringer (einfacherer Aufbau) | Größer – bedingt durch Schirmlagen |
| Leiterquerschnitt (typisch) | AWG24–26 (0,40–0,51 mm) | AWG22–23 (0,51–0,64 mm) |
| Verfügbare Kategorien | Kat. 5e, Kat. 6, Kat. 6A | Kat. 5e bis Kat. 8.2 |
EMV-Schutz und Übertragungsqualität
Die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) beschreibt die Fähigkeit eines Systems, in einer gemeinsamen elektromagnetischen Umgebung störungsfrei zu funktionieren. In modernen Gebäuden nehmen EMV-relevante Einflüsse kontinuierlich zu: Schaltnetzteile, LED-Beleuchtungssysteme, Frequenzumrichter und Ladeinfrastruktur erzeugen hochfrequente Felder.
Geschirmte Datenkabel bieten in diesem Umfeld gegenüber ungeschirmten erhebliche Vorteile:
- Alien Crosstalk (Außennebensprechen): Bei ungeschirmten Kabeln können benachbarte Kabel sich gegenseitig elektromagnetisch beeinflussen. Bei hohen Bandbreiten (10G, 25G) ist dieser Effekt so stark, dass er ohne aufwändiges Messverfahren nicht kontrolliert werden kann. Geschirmte Kabel eliminieren diesen Effekt nahezu vollständig durch ihren Aufbau (meet by design).
- Paketverluste: In elektromagnetisch belasteten Umgebungen sind ungeschirmte Ethernet-Kabel anfälliger für Störeinflüsse. Dies kann die Fehlerrate erhöhen. Verlorene Pakete müssen erneut gesendet werden, was effektive Bandbreite kostet und Echtzeit-Dienste wie VoIP, Videokonferenzen oder ERP-Systeme beeinträchtigt.
- Signalstabilität: Geschirmte Twisted-Pair-Kabel reduzieren elektromagnetische Störungen und Alien Crosstalk. Insbesondere bei 10-Gigabit-Ethernet in dicht belegten Kabeltrassen oder industriellen Umgebungen können sie die Signalqualität und Verbindungsstabilität verbessern und Geschwindigkeitsreduktionen oder Verbindungsabbrüche vermeiden.

Abnahmetests und Normkonformität
Ein häufig unterschätzter Aspekt bei der Entscheidung zwischen geschirmten und ungeschirmten Systemen sind die Kosten und der Aufwand für die normkonforme Abnahme nach Installation.
| Kriterium | Geschirmt (S/FTP, F/UTP) | Ungeschirmt (U/UTP) |
|---|---|---|
| Erforderliche Tests (10G) | Standard-Messung mit Handmessgerät ausreichend | Zusätzlicher Alien-Crosstalk-Test für Abnahme zwingend erforderlich (ISO/IEC 11801-1, TIA-568-C.2) |
| Spezialequipment | Kein Zusatzmodul erforderlich | Spezielle Alien-Crosstalk-Module + Störer-Modul notwendig |
| Testdauer | Kurz, routinemäßig | Deutlich länger, aufwändiger Messaufbau |
| Testkosten | Gering (Standarddienstleister) | Hoch – oft nur durch Spezialbetriebe möglich |
| Bewertung | Einfach, kostengünstig, reproduzierbar | Teuer, zeitaufwändig, komplex |
Praxishinweis – Prüfkosten: Ungeschirmte Kabel erscheinen in der Komponentenbeschaffung zuerst günstiger. Die Mehrkosten für die normkonforme Abnahme – insbesondere für 10G-Installationen – können diesen Vorteil jedoch vollständig aufheben. Alien-Crosstalk-Tests erfordern spezialisierte Messgeräte, die viele Installationsbetriebe nicht als Standardequipment zur Verfügung haben.
Bandbreite und Zukunftssicherheit
Einer der wichtigsten strategischen Aspekte bei der Entscheidung für ein Verkabelungssystem ist die Zukunftssicherheit. Passive Netzwerkverkabelungen werden typischerweise 15 bis 25 Jahre genutzt – die Investition in die richtige Kategorie und Schirmungsart zahlt sich daher über den gesamten Lebenszyklus aus.
| Kategorie | Max. Frequenz | Max. Datenrate | ISO/IEC 11801 | EIA/TIA 568 |
|---|---|---|---|---|
| Cat. 5e | 100 MHz | 1G – 2,5 Gbit/s | Geschirmt / ungeschirmt | Ungeschirmt |
| Kat. 6 | 250 MHz | 1G – 5 Gbit/s | Geschirmt / ungeschirmt | Ungeschirmt |
| Kat. 6A | 500 MHz | 10 Gbit/s bis 100 m | Geschirmt / ungeschirmt | Ungeschirmt |
| Kat. 7 | 600 MHz | 10 Gbit/s bis 100 m | Nur geschirmt | Nicht verfügbar |
| Kat. 7A | 1.000 MHz | 10 Gbit/s bis 100 m | Nur geschirmt | Nicht verfügbar |
| Kat. 8.1 | 2.000 MHz | 25/40 Gbit/s bis 30 m | Nur geschirmt | Nur S/FTP |
| Kat. 8.2 | 2.000 MHz | 25/40 Gbit/s bis 30 m | Nur geschirmt | Nur S/FTP |
Das Ergebnis ist eindeutig: Wer heute in Kat. 7, Kat. 7A oder Kat. 8 investieren möchte, ist zwingend auf geschirmte Komponenten angewiesen. Ungeschirmte Systeme sind auf Kat. 6A beschränkt. Eine nachträgliche Migration auf höhere Bandbreiten ist nur möglich, wenn die bestehende Infrastruktur geschirmt ist.
CobiNet Empfehlung:
Aufgrund der Möglichkeit zur Migration auf höhere Bandbreiten (25G/40G), der deutlich einfacheren und kostengünstigeren Abnahmetests sowie der überlegenen Übertragungsqualität empfiehlt CobiNet geschirmte Verkabelungssysteme für alle Neuinstallationen. Ungeschirmte Systeme bieten keinen dauerhaften Kostenvorteil, wenn Testaufwand und Zukunftssicherheit berücksichtigt werden.
Power over Ethernet – Grundlagen und Standards
Das Konzept der Stromversorgung über Ethernet-Datenkabel
Power over Ethernet (PoE) ermöglicht die gleichzeitige Übertragung von Daten und elektrischer Versorgungsenergie über ein und dasselbe Kupferdatenkabel. Endgeräte wie WLAN-Access-Points, IP-Kameras, IP-Telefone, Sensoren oder intelligente Beleuchtungssysteme können so ohne zusätzliche Stromversorgungsleitungen betrieben werden.
Power over Ethernet (PoE) kann auf zwei Arten bereitgestellt werden:
- Endspan: Die Stromversorgung erfolgt direkt über einen PoE-fähigen Switch. Der Switch fungiert dabei als Power Sourcing Equipment (PSE) und speist Daten und elektrische Leistung über denselben Ethernet-Port ein.
- Midspan: Zwischen einem nicht PoE-fähigen Switch und dem Endgerät wird ein separates PoE-Einspeisegerät (PoE Injector) eingefügt. Dieses fügt die elektrische Leistung in die Ethernet-Verbindung ein, während die Daten weiterhin vom Switch übertragen werden.
PoE-Standards der IEEE 802.3-Familie
| Standard | Bezeichnung | Max. Leistung PSE | Max. Leistung PD | Aktive Paare | Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| IEEE 802.3af | PoE – Type 1 | 15,4 W | 13,0 W | 2 von 4 | 2003 |
| IEEE 802.3at | PoE+ – Type 2 | 30,0 W | 25,5 W | 2 von 4 | 2009 |
| IEEE 802.3bt Type 3 | 4PPoE | 60,0 W | 51,0 W | 4 von 4 | 2018 |
| IEEE 802.3bt Type 4 | Hi-PoE | 90–100 W | 72,0 W | 4 von 4 | 2018 |
Ein weitreichender Schritt war die Einführung von IEEE 802.3bt (4PPoE): Alle vier Adernpaare werden simultan für Daten und Strom genutzt (Phantomspeisung). Der maximale Strom je Adernpaar steigt von 600 mA (Type 2) auf 1.000 mA (Type 3, -4). Dies hat direkte Auswirkungen auf die thermische Belastung des gesamten Datenkabels.
Erwärmung von Datenkabeln beim Betrieb von PoE
Physikalisches Grundprinzip
Datenkabel sind primär für die Übertragung digitaler Signale ausgelegt – nicht für die Leistungsübertragung. Ihr Leiterquerschnitt ist deutlich kleiner als bei dedizierten Niederspannungskabeln. Gleichzeitig ist die PoE-Betriebsspannung mit maximal 57 V relativ niedrig, was bei gegebener Leistung zu einem entsprechend hohen Stromfluss führt. Die daraus resultierende Verlustleistung wird vollständig in Wärme umgewandelt:
Pth = I² × R
Je höher der Strom (I) und je größer der Leiterwiderstand (R), desto mehr Wärme entsteht. Kabel sind gewöhnlich in Bündeln verlegt. In einem Kabelbündel kann die Wärme jedoch nicht einfach abgeführt werden – die äußeren Kabel wirken wie eine Wärmeisolation für die innenliegenden. Die Folgen sind weitreichend:
- Der elektrische Widerstand steigt bei wachsender Temperatur (Temperaturkoeffizient Kupfer: ca. 0,39 %/Kelvin). Das bedeutet, dass der elektrische Widerstand von Kupfer pro Grad Temperaturerhöhung um etwa 0,39 % ansteigt.
- Steigende Übertragungsdämpfung aufgrund des steigenden Widerstands – d. h. die maximal nutzbare Leitungslänge reduziert sich durch die Erwärmung.
- Zunahme von Paketverlusten und Bitfehlern, dies führt zur Reduktion der effektiven Nutzbandbreite.
- Beschleunigte Alterung der Isolationsmaterialien – jede dauerhaft um 10 °C erhöhte Betriebstemperatur halbiert die Kabellebensdauer (in IEC 60216 beschrieben).
- Im Extremfall (4PPoE, dichte Bündel, schlechte Belüftung): Erweichen der Isolierwerkstoffe, Kurzschlussgefahr (in ISO/IEC TS 29125 beschrieben).
Das Zwei-Komponenten-Modell der ISO/IEC TS 29125
Die Norm ISO/IEC TS 29125 – der maßgebliche technische Bericht für PoE-Installationen – unterteilt die Kabelerwärmung in zwei unabhängige, sich überlagernde Komponenten:
- ΔTth (innere Bündelerwärmung): Temperaturanstieg innerhalb des Bündels, primär abhängig von Kabeltyp, Leiterquerschnitt und Stromstärke.
- ΔTu (äußere Erwärmung): Temperaturanstieg des Bündels gegenüber der Umgebung, primär abhängig von der Installationsumgebung (offene Trasse, geschlossener Kanal, isoliert) und der Kabelanzahl.
Anmerkung: Beide Komponenten wirken multiplikativ zusammen. Schlechte Kabelqualität kombiniert mit ungünstiger Installationsumgebung führt zu dramatisch höheren Temperaturen als jede Einzelkomponente erwarten lässt.
Einfluss der Installationsumgebung
| Installationsumgebung | Thermischer Koeffizient Cu | Bewertung |
|---|---|---|
| Offene Trasse / belüfteter Kanal | 0,23 | Günstig – gute Wärmeabfuhr |
| Geschlossener Kabelkanal / Rohr | 0,48 | Mittel – eingeschränkte Wärmeabfuhr |
| Thermisch isoliert (z. B. unter Dach) | 1,10 | Ungünstig – Wärme staut sich auf |
Besondere Vorsicht gilt bei Installationen direkt unter einem Dach oder in warmen Technikräumen ohne aktive Belüftung. Hier addiert sich die Umgebungstemperatur zur ohnehin erhöhten Kabeltemperatur durch PoE – bei ungeschirmten Kabeln können so kritische Betriebszustände erreicht werden. Die Norm EN 50174-2 empfiehlt zusätzlich, dass die Kabelfüllrate in geschlossenen Kabelkanälen 40 % nicht überschreiten soll, um ausreichende Wärmeabfuhr zu gewährleisten.
Geschirmte vs. ungeschirmte Datenkabel beim Einsatz von PoE im direkten Vergleich
Die folgenden Daten basieren auf Messungen und Berechnungsmodellen nach ISO/IEC TS 29125 und zeigen den direkten Vergleich der Kabeltypen unter PoE-typischen Bedingungen:
| Aspekt | Ungeschirmt (U/UTP) | Geschirmt (S/FTP, F/UTP) |
|---|---|---|
| Leiterquerschnitt (typisch) | AWG24–26 – höherer Widerstand | AWG22–23 – niedrigerer Widerstand |
| Thermischer Kabelkoeffizient Cm | 5,0 (U/UTP) | 2,75 (S/FTP) – 45 % besser als UTP |
| Wärmeableitung | Schlecht – Wärme bleibt im Kabelinneren | Gut – metallischer Schirm leitet Wärme nach außen |
| Erwärmung bei 4PPoE (100 Kabel, Kanal) | Ca. 25–35 °C Übertemperatur | Ca. 9–15 °C Übertemperatur |
| Lebensdauer bei PoE-Dauerbetrieb | Deutlich reduziert | Kaum beeinträchtigt |
| Eignung PoE Type 1/2 (≤ 30 W) | Bedingt geeignet | Voll geeignet |
| Eignung 4PPoE Type 3 (60 W) | Nicht empfohlen | Geeignet |
| Eignung Hi-PoE Type 4 (90–100 W) | Nicht geeignet | Empfohlen mit AWG22 |
| Bündeldichte | Mehr Kabel pro Bündel, aber höheres Risiko | Weniger Kabel pro Bündel, bessere Thermik |
Temperaturgrafik: U/UTP vs. F/UTP vs. S/FTP

Abbildung 1: Direktvergleich ungeschirmt vs. geschirmt unter PoE und verschiedenen Installationsbedingungen (Quelle ISO/IEC TS 29125)
Bei PoE-typischen Strömen von 300–600 mA je Leiter (PoE+ bis 4PPoE) zeigt sich deutlich: U/UTP-Kabel erwärmen sich in isolierten Kanälen auf über 40 °C Bündeltemperatur. S/FTP-Kabel erreichen unter denselben Bedingungen nur ca. 30 °C. Bei 700 mA und mehr (Type 4) können U/UTP-Kabel im isolierten Bündel über 55 °C Bündeltemperatur erreichen – ein kritischer Betriebszustand. S/FTP bleibt bei ca. 35–40 °C. Diese Differenz von 15–20 °C ist der direkte Temperaturvorteil des geschirmten Kabels.
Hinweis: Beim Einsatz von U/UTP-Kabeln (AWG24) in dichten Bündeln unter thermisch ungünstigen Bedingungen (z. B. geschlossene Kanäle, Verlegung unter Dach) können bei 4PPoE Type 4 (Hi-PoE) kritische Temperaturen erreicht werden, bei denen thermoplastische Isolationsmaterialien erweichen. Im Extremfall entstehen Kurzschlüsse. Dies ist kein theoretisches Szenario, sondern ein in Laborversuchen belegter Effekt.
CobiNet Empfehlung:
Aufgrund der physikalisch nachweisbar besseren thermischen Eigenschaften und der Fähigkeit, auch 4PPoE Type 4-Anwendungen (60–100 W) sicher und zuverlässig zu unterstützen, empfiehlt CobiNet geschirmte Kabel (S/FTP) mit Leiterquerschnitt AWG22 oder AWG23 für alle PoE-Installationen. Ungeschirmte Kabel sind für 4PPoE-Anwendungen nicht geeignet und werden von CobiNet für Neuinstallationen nicht empfohlen.
Anforderungen an Steckverbinder beim Einsatz von PoE
Funkenbildung beim Trennen unter Last
RJ45-Steckverbinder wurden ursprünglich für die Übertragung von Datensignalen entwickelt – nicht für Leistungsübertragung. Beim Trennen einer Verbindung unter PoE-Last entsteht am Abrisspunkt ein Lichtbogen, dessen Energie mit steigender PoE-Leistungsklasse zunimmt. Dieser Lichtbogen erzeugt Plasma mit extrem hohen Temperaturen, das die Kontaktoberfläche lokal beschädigen kann.
Hochwertige Steckverbinder trennen geometrisch den Ablösepunkt (wo der Lichtbogen entsteht) von der nominalen Kontaktzone (wo im Betrieb der eigentliche Datenkontakt stattfindet). Günstige Steckverbinder, die lediglich die Grundnorm IEC 60603-7 erfüllen, bieten diese Trennung häufig nicht ausreichend.
Normative Anforderung: IEC 60512-99-001
Die Norm IEC 60512-99-001 definiert Prüfanforderungen für das Stecken und Ziehen von RJ45-Verbindungen unter PoE-Last. Nur nach diesem Standard zertifizierte Komponenten garantieren zuverlässigen PoE-Betrieb ohne Kontaktdegradation. Die Erfüllung der Grundnorm IEC 60603-7, die definiert, welche mechanischen, elektrischen und übertragungstechnischen Anforderungen ein modularer 8‑poliger Steckverbinder erfüllen muss, ist alleine für PoE-Installationen nicht ausreichend.
Anschlusstechnik: IDC vs. IPC
| Kontaktart | IDC | IPC |
|---|---|---|
| Kontaktprinzip | Schneidklemme trennt Isolierung definiert auf | Spitze durchsticht Isolierung |
| Kontaktqualität | Gasdicht, elastisch stabil | Druckabhängig, nicht gasdicht |
| Langzeitverhalten | Sehr stabil, ideal für PoE | Kann nachlassen, Risiko von Mikro‑Lücken |
| Thermische Zyklen | Sehr robust | Kritisch bei PoE‑Erwärmung |
| Normen | IEC 60352‑3 | Keine vergleichbare definierte Schneidnorm |
| Typische Anwendung | RJ45‑Module, hochwertige Industrie‑Steckverbinder | Niedrigpreisige, einfache Verbindungen |
CobiNet Empfehlung:
Beim Betrieb von PoE in Datennetzen sind Anschlusskomponenten mit hochwertigen IDC‑Kontakten eindeutig zu bevorzugen, da sie thermische Ausdehnungszyklen zuverlässig kompensieren und eine dauerhaft stabile, gasdichte Verbindung sicherstellen.
Planungsempfehlungen für PoE-Installationen
Kabelauswahl
- Leiterquerschnitt mindestens AWG23 (Kat. 6A, Kat. 7), empfohlen wird jedoch AWG22 (Kat. 7A) für 4PPoE (PoE++/Hi-PoE).
- Schirmungstyp S/FTP für alle 4PPoE-Installationen – mindestens F/UTP für PoE+.
- U/UTP-Kabel (AWG24) sind für 4PPoE-Anwendungen (PoE++/Hi-PoE) nicht geeignet.
- Brandschutzklasse Cca oder B2ca wählen für zusätzliche Sicherheit unter thermischer Belastung.
Installationspraxis
- Dicke Kabelbündel vermeiden – mehrere kleinere Bündel sind thermisch günstiger.
- Kabelbündel möglichst nebeneinander statt konzentrisch bündeln.
- Füllrate in geschlossenen Kanälen max. 40 % (gemäß EN 50174-2).
- Ausreichende Belüftung der Kabeltrassen sicherstellen, Wärmestau vermeiden.
- Kabeltemperaturen über 60 °C sind unbedingt zu vermeiden.
- Für 4PPoE-Installationen (PoE++/Hi-PoE) Vorplanung der Wärmebilanz gemäß der Angaben in ISO/IEC TS 29125 durchführen.
Komponentenqualität
- Ausschließlich Steckverbinder einsetzen, die nach IEC 60512-99-001 zertifiziert sind.
- IDC-Anschlusstechnik gegenüber IPC bevorzugen.
- Vollständig durchgehende Schirmstruktur – alle Komponenten (Kabel, Patchfeld, Dose, Patchkabel) müssen geschirmt und elektrisch verbunden sein.
- Potentialausgleich normgerecht nach EN 50310 ausführen.
Gesamtempfehlung und Fazit
Allgemeine Empfehlung für strukturierte Verkabelung
Für alle Neuinstallationen strukturierter Netzwerkverkabelung empfiehlt CobiNet ausschließlich geschirmte Kabel (min. F/UTP, besser S/FTP). Ungeschirmte Systeme bieten keinen dauerhaften Kostenvorteil, wenn Testaufwand, Zukunftssicherheit und Betriebsqualität berücksichtigt werden. Nur geschirmte Systeme ermöglichen eine Migration auf 25G/40G und erfüllen die wachsenden Anforderungen moderner Gebäudeinfrastrukturen für die kommenden Jahre.
Empfehlungen für PoE-Installationen
Für alle PoE-Installationen – insbesondere mit PoE+ (IEEE 802.3at) und 4PPoE (IEEE 802.3bt) – sind geschirmte Kabel (S/FTP) mit AWG22 oder AWG23 zwingend erforderlich. Ungeschirmte Kabel (U/UTP, AWG24) sind für 4PPoE-Anwendungen physikalisch wenig geeignet und können in dichten Bündeln kritische Temperaturen erreichen, die Betriebssicherheit und Lebensdauer der gesamten Infrastruktur gefährden.
Zusammenfassung der Kernargumente
| Kriterium | Warum geschirmt überlegen ist | Normative Grundlage |
|---|---|---|
| EMV / Signalqualität | Kein Alien Crosstalk, stabile Übertragung bis 25G/40G | ISO/IEC 11801, EN 50173 |
| Abnahmekosten | Kein aufwändiger Alien-Crosstalk-Test erforderlich | ISO/IEC 11801-1, TIA-568-C.2 |
| Zukunftssicherheit | Kat. 7, Kat. 7A, Kat. 8.1, Kat. 8.2 nur mit Schirmung verfügbar | ISO/IEC 11801, EIA/TIA 568 |
| PoE Thermik | 45 % bessere Wärmeableitung (Koeffizient Cm) | ISO/IEC TS 29125 |
| PoE Lebensdauer | Geringere Dauertemperatur → längere Kabellebensdauer | ISO/IEC TS 29125 |
| 4PPoE-Eignung | Stabiler Betrieb bei 60–100 W gesichert | IEEE 802.3bt, ISO/IEC TS 29125 |
| Steckverbinder | Nach IEC 60512-99-001 zertifiziert, IDC-Technik | IEC 60512-99-001 |
| Investitionssicherheit | Längere Nutzungsdauer, kein vorzeitiger Austausch | ISO/IEC TS 29125 |
Normative Referenzen
Komponenten strukturierter Verkabelung
- ISO/IEC 11801 (alle Teile): Internationale Norm für generische Verkabelung
- EN 50173 (Europa): Europäische Norm für strukturierte Verkabelung
- EIA/TIA-568: Nordamerikanischer Kabelstandard
Installation
- EN 50174 (alle Teile): Planung, Installation und Betrieb von IKT-Verkabelungen
- ISO/IEC 14763-2: Planung und Installation von Kundeninfrastrukturen
- ISO/IEC TS 29125: Sichere Installationspraxis für PoE-Anwendungen
- EN TR 50174-99-1: Energieübertragung über IKT-Verkabelung (PoE)
PoE-Standards
- IEEE 802.3af: Power over Ethernet (PoE) Type 1 – 15,4 W (2003)
- IEEE 802.3at: Power over Ethernet Plus (PoE+) Type 2 – 30 W (2009)
- IEEE 802.3bt: 4-Pair Power over Ethernet (4PPoE) Type 3/4 – 60/100 W (2018)
Steckverbinder
- IEC 60512-99-001: Test RJ45 unter PoE-Last (Stecken/Ziehen)
- IEC 60603-7: Komponentennorm für modulare Steckverbinder
Erdung / Potentialausgleich
- EN 50310: Potentialausgleich und Erdung in IKT-Umgebungen
- ISO/IEC 30129:2015: Telekommunikationsbonding für Gebäude
CobiNet Produkte für den sicheren, störungsfreien PoE-Betrieb
Auf Basis der in diesem Technical Report erarbeiteten technischen Anforderungen empfiehlt CobiNet folgende Produkte aus dem eigenen Sortiment. Alle aufgeführten Komponenten sind optimal aufeinander abgestimmt und bilden gemeinsam eine vollständig geschirmte, normkonforme Installationsstrecke – vom Verlegekabel bis zum Patchkabel.
Verlegekabel – geschirmt, S/FTP
PoE optimiert und zukunftssicher: Hi-PoE bis 100 W und 25 Gbit/s – CobiNet 1500 CC / 1300 CC, Kat. 7A
Die CobiNet 1500 CC und 1300 CC Verlegekabel (Kat. 7A, AWG 22) sind die optimale Wahl für Installationen, die langfristig nutzbar und zukunftssicher sein sollen. Mit Bandbreiten bis 1500 MHz ermöglichen sie bei Bedarf eine Migration auf 25 Gbit/s, ohne dass das Kabel ausgetauscht werden muss – lediglich die Datenbuchsen sind durch 25G‑fähige Varianten zu ersetzen.
Der große Leiterquerschnitt (AWG 22) bietet zudem sehr gute thermische Eigenschaften unter PoE‑Last: niedrigerer Leiterwiderstand, geringere Erwärmung und damit eine deutlich höhere Lebensdauer der Installation.
| Artikel | Aufbau | AWG | Bandbreite | PoE-Eignung | CPR-Klasse | Artikel-Nr. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CobiNet 1500 CC SX, Kat. 7A, S/FTP | Simplex | 22 | 1500 MHz bis 25 Gbit/s | Hi-PoE bis 100 W | Dca s1 d2 a1 | 118878 |
| CobiNet 1500 CC DX, Kat. 7A, S/FTP | Duplex | 22 | 1500 MHz bis 25 Gbit/s | Hi-PoE bis 100 W | Dca s1 d2 a1 | 118877 |
| CobiNet 1300 CC SX, Kat. 7A, S/FTP | Simplex | 22 | 1300 MHz bis 25 Gbit/s | Hi-PoE bis 100 W | Dca s1 d2 a1 | 119087 |
| CobiNet 1300 CC SX, Kat. 7A, S/FTP | Simplex | 22 | 1300 MHz bis 25 Gbit/s | Hi-PoE bis 100 W | B2ca s1 b1 a1 | 123640 |
| CobiNet 1300 CC DX, Kat. 7A, S/FTP | Duplex | 22 | 1300 MHz bis 25 Gbit/s | Hi-PoE bis 100 W | Dca s1 d2 a1 | 123487 |
CobiNet Empfehlung:
Das CobiNet 1500 CC (Kat. 7A, AWG 22) ist die erste Wahl für alle Neuinstallationen mit Hi-PoE (IEEE 802.3bt Type 4) und Bandbreitenanforderungen bis 25 Gbit/s. Der großzügige Leiterquerschnitt AWG 22 minimiert den Leiterwiderstand, reduziert die Wärmeentwicklung unter PoE-Last und sichert auch in dichten Kabelbündeln stabile Betriebstemperaturen. Mit Bandbreiten bis 1500 MHz ist das Kabel bei Bedarf ohne den Wechsel der 10G-tauglichen Datenbuchsen auf 25G-taugliche Varianten auf 25 Gbit/s migrierbar.
Der sichere Standard: 4PPoE Type 3 bis 60 W und 10 Gbit/s – CobiNet 1200 CC / 1000 CC, Kat. 7A / Kat. 7
Für Standard-PoE++-Installationen (IEEE 802.3bt Type 3, max. 60 W) und 10-Gbit-Anwendungen. AWG 23 mit vollständiger S/FTP-Schirmung.
| Artikel | Aufbau | AWG | Bandbreite | PoE-Eignung | CPR-Klasse | Artikel-Nr. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CobiNet 1200 CC SX, Kat. 7A, S/FTP | Simplex | 23 | 1200 MHz 10 Gbit/s | 4PPoE bis 60 W | Dca s1 d2 a1 | 123488 |
| CobiNet 1200 CC DX, Kat. 7A, S/FTP | Duplex | 23 | 1200 MHz 10 Gbit/s | 4PPoE bis 60 W | Dca s1 d2 a1 | 123489 |
| CobiNet 1000 CC SX, Kat. 7, S/FTP | Simplex | 23 | 1000 MHz 10 Gbit/s | 4PPoE bis 60 W | Dca s1 d2 a1 | 114757 |
| CobiNet 1000 CC DX, Kat. 7, S/FTP | Duplex | 23 | 1000 MHz 10 Gbit/s | 4PPoE bis 60 W | Dca s1 d2 a1 | 114758 |
CobiNet Empfehlung:
CobiNet 1200 CC (Kat. 7A, AWG 23) und CobiNet 1000 CC (Kat. 7, AWG 23) Datenkabel sind die richtige Wahl für alle Standardinstallationen mit 4PPoE (IEEE 802.3bt Type 3) bis 60 Watt und Übertragungsraten bis 10 Gbit/s. Der Leiterquerschnitt AWG 23 bietet einen geringen Leiterwiderstand, reduziert dadurch die Wärmeentwicklung unter PoE-Last und sichert auch in dichten Kabelbündeln stabile Betriebstemperaturen. Mit Bandbreiten bis 1200 MHz bzw. 1000 MHz sind beide Kabel für alle gängigen 10-Gbit-Anwendungen dauerhaft ausgelegt und bieten damit eine solide Basis für moderne Gebäudenetzwerke.
RJ45-Datenbuchsen – geschirmt, Kat. 6A, 10 Gbit
Für die normkonforme Anschlusstechnik bietet CobiNet zwei aufeinander abgestimmte Systemlösungen: das werkzeuglose RJ45-TL®-System und das bewährte Keystone-System KS. Beide Systeme sind für PoE-Anwendungen bis 90 W (IEEE 802.3bt Type 4) zugelassen und GHMT-zertifiziert.
Innovativ und werkzeuglos: System RJ45-TL®, Kat. 6A, 10 Gbit
Innovativer Hebelmechanismus ermöglicht werkzeuglose Montage in 3 Schritten – mit integriertem Sichtfenster zur Beschaltungskontrolle. Ideal für schnelle Installationen und beengte Einbauumgebungen, wie flache Unterputzdoseneinsätze. Integrierbar und voll designfähig in alle gängigen Schalterprogramme.
| Artikel | Ports | Frequenz | PoE-Eignung | Zertifizierung | Artikel-Nr. |
|---|---|---|---|---|---|
| Datenbuchse RJ45-TL® rapid 2-fach | 2 × RJ45 | 500 MHz / Kat. 6A | bis 90 W (4PPoE) | GHMT type approval | 126809 |
| Datenbuchse RJ45-TL® rapid 1-fach | 1 × RJ45 | 500 MHz / Kat. 6A | bis 90 W (4PPoE) | GHMT type approval | 126808 |
| Anschlussset Datendose RJ45-TL® rapid, 2-fach | 2 × RJ45 | 500 MHz / Kat. 6A | bis 90 W (4PPoE) | GHMT type approval | 127487 |
| Anschlussset Datendose RJ45-TL® rapid, 1-fach | 1 × RJ45 | 500 MHz / Kat. 6A | bis 90 W (4PPoE) | GHMT type approval | 127486 |
| Verteilerfeld RJ45-TL® | 24 × RJ45 | 500 MHz / Kat. 6A | bis 90 W (4PPoE) | GHMT type approval | 126226 |
System KS, millionenfach bewährte Qualität im Keystone-Format – Kat. 6A, GHMT PVP-zertifiziert
Modulare Datenbuchsen im Keystoneformat mit 360°-Schirmung, gasdichten LSA-Schneidklemmen und vollmetallischer Kammerschirmung. Maximale NEXT-Reserven bis zu 8 dB. Integrierbar und designfähig mit den meisten gängigen Schalterprogrammen.
| Artikel | Ethernet | Frequenz | PoE-Eignung | Zertifizierung | Artikel-Nr. |
|---|---|---|---|---|---|
| RJ45-Buchse KS ICS 500, Kat. 6A (2er-Pack) | 10 Gbit | 500 MHz | bis 90 W (4PPoE) | GHMT PVP | 117175 |
| RJ45-Buchse KS ICS 500, Kat. 6A (50er-Pack) | 10 Gbit | 500 MHz | bis 90 W (4PPoE) | GHMT PVP | 118828 |
| RJ45-Buchse KS IPS 500, Klasse EA PL (2er-Pack) | 10 Gbit | 500 MHz | bis 90 W (4PPoE) | – | 117186 |
| RJ45-Buchse KS ICS 250, Kat. 6 (2er-Pack) | 1 Gbit | 250 MHz | bis 90 W (4PPoE) | – | 117183 |
Verteilerfelder/Verteilgehäuse – geschirmt
Für die vollständig durchgehende Schirmstruktur – vom Verlegekabel bis zum Patchfeld – bietet CobiNet drei Systeme: das ergonomische RJ45-TL®-Verteilerfeld, das modulare KS-Leergehäuse und das schnelle LSA-Verteilerfeld.
| Artikel | Ports | Höhe | Besonderheit | Artikel-Nr. |
|---|---|---|---|---|
| Verteilerfeld RJ45-TL®, 500 MHz, Kat. 6A | 24 × RJ45 | 1 HE | Werkzeuglose Montage von vorne, GHMT type approval, bis 90 W (4PPoE) | 126226 |
| Verteilgehäuse RJ45-TL®, 500 MHz, Kat. 6A | 12 × RJ45 | – | Werkzeuglose Montage von vorne, GHMT type approval, bis 90 W (4PPoE) | 126812 |
| Verteilgehäuse RJ45-TL®, 500 MHz, Kat. 6A | 6 × RJ45 | – | Werkzeuglose Montage von vorne, GHMT type approval, bis 90 W (4PPoE) | 126811 |
| Leergehäuse KS, 24 Pos., RAL 7035 | für 24 × RJ45 Buchse | 1 HE | Für alle CobiNet Keystone-Buchsen, inkl. Erdungskabel | 115947 |
| Leergehäuse KS, 24 Pos., RAL 9005 | für 24 × RJ45 Datenbuchse KS | 1 HE | Für alle CobiNet Keystone-Buchsen, inkl. Erdungskabel | 116292 |
| Leergehäuse KS HD, 48 Pos., RAL 7035 | für 48 × RJ45 Datenbuchse KS | 1,5 HE | High-Density, hohe Portdichten, für alle CobiNet Keystone-Buchsen, inkl. Erdungskabel | 116088 |
System-Patchkabel – S/FTP, Kat. 6A, 500 MHz
Für die vollständige Schirmkette sind auch die Patchkabel als S/FTP-Ausführung einzusetzen und PoE-tauglich bis 60 Watt. CobiNet-Patchkabel nach Kat. 6A sind in verschiedenen Längen und Farben verfügbar. Die unten stehende Tabelle bietet nur einen Auszug aus dem Lieferprogramm.
| Artikel | Aufbau | Frequenz | Ethernet | Farbe | Länge | Artikel-Nr. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Patchkabel Kat. 6A | S/FTP, LSZH | 500 MHz | 10 Gbit | Grau | 0,5 m | 119317 |
| Patchkabel Kat. 6A | S/FTP, LSZH | 500 MHz | 10 Gbit | Grau | 1,0 m | 123448 |
| Patchkabel Kat. 6A | S/FTP, LSZH | 500 MHz | 10 Gbit | Grau | 2,0 m | 123450 |
| Patchkabel Kat. 6A | S/FTP, LSZH | 500 MHz | 10 Gbit | Grau | 3,0 m | 123451 |
| Patchkabel Kat. 6A | S/FTP, LSZH | 500 MHz | 10 Gbit | Grau | 5,0 m | 123452 |
| Patchkabel Kat. 6A | S/FTP, LSZH | 500 MHz | 10 Gbit | Grau | 7,5 m | 123453 |
| Patchkabel Kat. 6A | S/FTP, LSZH | 500 MHz | 10 Gbit | Grau | 10,0 m | 123454 |
Kabelverbinder LSA – für Kabelverlängerungen
Für Inline-Verbindungen und Verlängerungen bietet CobiNet vollgeschirmte Kabelverbinder mit LSA-Schneidklemmen – verfügbar bis Kat. 8 (40 Gbit/s), PoE-tauglich bis 60 Watt (PoE++).
| Artikel | Kategorie | Frequenz | Max. Datenrate | Artikel-Nr. |
|---|---|---|---|---|
| Kabelverbinder LSA, Kat. 8, 1000 MHz | Kat. 8 | 2000 MHz | Bis 40 Gbit/s | 128008 |
| Kabelverbinder LSA, Kat. 7A | Kat. 7A | 1500 MHz | Bis 25 Gbit/s | 127935 |
| Kabelverbinder LSA, Kat. 7 | Kat. 7 | 600 MHz | Bis 10 Gbit/s | 112711 |
Empfohlene Systemkombinationen nach PoE-Leistungsklasse
Die folgende Übersicht fasst die empfohlenen Produktkombinationen für die drei praxisrelevanten PoE-Szenarien zusammen. Alle Systemkomponenten sind aufeinander abgestimmt und bilden eine vollständig geschirmte, GHMT-zertifizierte Installationsstrecke.
| PoE-Klasse | Max. Leistung | Verlegekabel | Datenbuchse | Patchfeld | Patchkabel |
|---|---|---|---|---|---|
| Hi-PoE / Type 4 | 100 W | CobiNet 1500 CC oder 1300 CC Kat. 7A, AWG 22, S/FTP Art. 118878 / 119087 | RJ45-TL® rapid 500 MHz, Kat. 6A Art. 126809 oder KS ICS 500 Art. 117175 | RJ45-TL® Verteilerfeld Kat. 6A Art. 126226 oder Verteilerfeld unbestückt KS 24 Pos. Art. 115947 | Patchkabel Kat. 6A S/FTP, LSZH Art. 119317 ff. (siehe Tabelle 15 / andere Farben erhältlich) |
| PoE++ / Type 3 | 60 W | CobiNet 1200 CC oder 1000 CC Kat. 7A / Kat. 7, AWG 23 Art. 123488 / 114757 | RJ45-TL® rapid 500 MHz, Kat. 6A Art. 126809 oder KS ICS 500 Art. 117175 | RJ45-TL® Verteilerfeld Kat. 6A Art. 126226 oder Verteilerfeld unbestückt KS 24 Pos. Art. 115947 | Patchkabel Kat. 6A S/FTP, LSZH Art. 119317 ff. (siehe Tabelle 15 / andere Farben erhältlich) |
| PoE+ / Type 2 | 30 W | CobiNet 1000 CC Kat. 7, AWG 23, S/FTP Art. 114757 / 114758 | RJ45-TL® rapid 500 MHz, Kat. 6A Art. 126809 oder KS ICS 500 Art. 117175 | RJ45-TL® Verteilerfeld Kat. 6A Art. 126226 oder Verteilerfeld unbestückt KS 24 Pos. Art. 115947 | Patchkabel Kat. 6A S/FTP, LSZH Art. 119317 ff. (siehe Tabelle 15 / andere Farben erhältlich) |
CobiNet Empfehlung:
Für maximale Investitions- und Zukunftssicherheit empfiehlt CobiNet bei allen Neuinstallationen den Einsatz des CobiNet 1500 CC (Kat. 7A, AWG 22, GHMT-PVP-zertifiziert) in Kombination mit den Anschlusssystemen RJ45-TL® rapid oder KS (Datenanschlussdosen im Keystone-Format, GHMT-PVP-zertifiziert). Diese Lösung unterstützt sämtliche PoE-Klassen bis einschließlich Hi-PoE (100 W) und gewährleistet die vollständige Normkonformität gemäß ISO/IEC 11801 und EN 50173. Darüber hinaus ermöglicht die modulare Systemarchitektur eine einfache Migration auf höhere Übertragungsraten: Durch den Austausch der heute für 10 Gigabit Ethernet geeigneten Module gegen 25-Gigabit-fähige Module kann die bestehende Verkabelungsinfrastruktur langfristig weiter genutzt werden.
Bezug von CobiNet Produkten und weitere Informationen
- Online-Shop: Alle aufgeführten Produkte sind direkt bestellbar unter www.cobinet.com/shop
- Direkter Kontakt: +49 6203 4900-0 | kontakt@cobinet.com
- Großhandel: Wir arbeiten mit zahlreichen Großhändlern zusammen.
- Konfektionsservice: CobiNet bietet projektspezifische, individuelle Vorkonfektionierung aller Komponenten – für beschleunigte Projektlaufzeiten und reduzierte Installationskosten vor Ort.
- Technische Beratung: Für projektspezifische Auslegung und Normberatung steht das CobiNet-Anwendungsteam zur Verfügung: +49 6203 4900-0 | kontakt@cobinet.com
- GHMT PVP-Zertifikate: Alle Zertifikate einsehbar unter https://pvp.ghmt.de/index.php/cobinet und auf der CobiNet-Homepage.
Häufige Fragen zu geschirmten Datenkabeln und PoE
Warum sind geschirmte Datenkabel bei PoE-Installationen besser als ungeschirmte?
Geschirmte Datenkabel (S/FTP) leiten entstehende Wärme durch ihren metallischen Schirm deutlich besser nach außen ab als ungeschirmte Kabel (U/UTP). Der thermische Kabelkoeffizient Cm liegt bei S/FTP bei 2,75 gegenüber 5,0 bei U/UTP – das entspricht einer 45 % besseren Wärmeableitung. In dichten Kabelbündeln mit 4PPoE-Last (IEEE 802.3bt) können ungeschirmte Kabel kritische Temperaturen erreichen, bei denen Isolationsmaterialien erweichen und Kurzschlüsse entstehen können. Geschirmte Kabel bleiben bei denselben Bedingungen im sicheren Betriebsbereich.
Welche Norm regelt die thermische Auslegung von PoE-Installationen?
Die maßgebliche Norm ist die ISO/IEC TS 29125. Sie definiert ein Zwei-Komponenten-Modell für die Kabelerwärmung: die innere Bündelerwärmung (ΔTth) und die äußere Erwärmung gegenüber der Umgebung (ΔTu). Ergänzend regelt die EN TR 50174-99-1 spezifische Anforderungen für die Energieübertragung über IKT-Verkabelung (Remote Powering). Auf Basis dieser Normen lässt sich für die zu planende Installation eine Wärmebilanz berechnen. Insbesondere für 4PPoE- und Hi-PoE-Anwendungen sollte dies dringend ausgeführt werden um eine langfristig hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten.
Sind ungeschirmte Kabel (U/UTP) für PoE grundsätzlich ungeeignet?
Für einfache PoE-Anwendungen nach IEEE 802.3af (Type 1, max. 15,4 W) oder IEEE 802.3at (Type 2, max. 30 W) sind ungeschirmte Kabel unter günstigen Installationsbedingungen geeignet. Für 4PPoE nach IEEE 802.3bt Type 3 (60 W) werden ungeschirmte Kabel nicht empfohlen, für Hi-PoE Type 4 (90–100 W) sind sie grundsätzlich nicht geeignet.
Welche Datenkabel empfiehlt CobiNet für den Einsatz von PoE?
CobiNet empfiehlt Datenkabel mit einem Leiterquerschnitt von AWG 22 insbesondere für den Einsatz von Power over Ethernet (PoE). Der größere Kupferquerschnitt reduziert den elektrischen Widerstand im Kabel, wodurch Spannungsverluste und Wärmeentwicklung verringert werden. Dies ist besonders bei leistungsstarken PoE-Anwendungen wie WLAN-Access-Points, IP-Kameras, VoIP-Telefonen oder Systemen der Gebäudeautomation von Vorteil. Da strukturierte Gebäudeverkabelungen typischerweise über viele Jahre, häufig sogar mehrere Jahrzehnte, genutzt werden, sollte die Kabelinfrastruktur bereits heute auf zukünftige Anforderungen ausgelegt sein. AWG22-Kabel bieten hierfür zusätzliche Leistungsreserven und schaffen optimale Voraussetzungen für den sicheren Betrieb aktueller sowie künftiger PoE-Generationen.
Welche Abnahmetests sind für geschirmte und ungeschirmte 10-Gbit/s-Installationen erforderlich?
Für geschirmte 10-Gbit/s-Installationen genügt eine Standard-Messung mit einem handelsüblichen Handmessgerät. Kein Zusatzmodul ist erforderlich, die Testdauer ist kurz und die Abnahme kann durch jeden qualifizierten Installationsbetrieb durchgeführt werden. Für ungeschirmte 10-Gbit/s-Installationen ist nach ISO/IEC 11801-1 und TIA-568-C.2 ein zusätzlicher Alien-Crosstalk-Test zwingend erforderlich. Dieser Test erfordert spezialisierte Messgeräte mit Alien-Crosstalk-Modulen und Störer-Modul – Equipment, das viele Betriebe nicht als Standardausstattung vorhalten. Die hohen Testkosten können den Preisvorteil bei den Kabelkosten vollständig aufheben.
Welche Datenkabel sind für höhere Bandbreiten von 25 Gbit/s und 40 Gbit/s erforderlich?
Übertragungsraten von 40 Gbit/s benötigen Kabel der Kategorie Kat. 8.1 oder Kat. 8.2 (2.000 MHz, Reichweite bis 30 m) – beide Kategorien sind ausschließlich in geschirmter Ausführung (S/FTP) genormt. Für 25-Gbit/s-Übertragungen reichen geschirmte, 25G-taugliche Kabel mit einer unterstützten Frequenz von mindestens 1.250 MHz. Der Vorteil für Planer: Wer heute in Kat. 7A investiert, kann die bestehende Verkabelungsinfrastruktur später mit überschaubarem Aufwand auf 25 Gbit/s aufrüsten – es müssen lediglich die Anschlussdosen gegen 25G-fähige Module getauscht werden. Eine komplette Neuverkabelung entfällt.
Welche Anforderungen stellt der Betrieb von PoE an RJ45-Steckverbinder?
Beim Trennen einer RJ45-Verbindung unter PoE-Last entsteht ein Lichtbogen, der die Kontaktoberfläche beschädigen kann. Die Erfüllung der Grundnorm für RJ45-Steckverbinder IEC 60603-7 alleine ist für den sicheren betrieb von PoE-Installationen nicht ausreichend. Nur Steckverbinder, die nach IEC 60512-99-001 zertifiziert sind, garantieren einen zuverlässigen PoE-Betrieb ohne Kontaktdegradation. Bei der Anschlusstechnik sind IDC-Kontakte (Schneidklemme nach IEC 60352-3) gegenüber IPC-Kontakten (Durchdringkontakt) eindeutig zu bevorzugen: IDC-Kontakte sind gasdicht, thermisch robust und bieten dauerhaft stabilen Kontakt auch unter den Temperaturwechseln des PoE-Betriebs.
Was ist bei der Verlegung von PoE-betriebenen Datenkabeln zu beachten?
Die Installationsumgebung hat erheblichen Einfluss auf die thermische Belastung der Kabel. In geschlossenen Kabelkanälen oder Rohren ist die Wärmeabfuhr eingeschränkt, in thermisch isolierten Bereichen (z. B. unter Dach) kann sich Wärme stark aufstauen. Die Norm EN 50174-2 empfiehlt, die Kabelfüllrate in geschlossenen Kabelkanälen auf maximal 40 % zu begrenzen. Dicke Kabelbündel sollten vermieden werden – mehrere kleinere Bündel nebeneinander sind thermisch günstiger als ein konzentrisch angeordnetes Großbündel. Für alle 4PPoE- und Hi-PoE-Installationen ist vor der Ausführung eine Wärmebilanz gemäß ISO/IEC TS 29125 zu erstellen.
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Fernmelde- und Datennetzkomponenten GmbH
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